Nach Rekordjahr 2019: Die Messe München muss sparen

Hunderte in Kurzarbeit, herbe Verluste bei den Einnahmen: Wo in Riem jetzt geknausert wird.
| Gaby Mühlthaler
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Der Eingang Ost zum Gelände der Messe München.
Sven Hoppe/dpa Der Eingang Ost zum Gelände der Messe München.

München - Die Messe München (MMG) feiert das Rekordjahr 2019 mit einem Konzernumsatz von 474,2 Millionen Euro. Dann kam die Krise – und doch gibt man sich in Riem nach wie vor zuversichtlich.

"2019 war das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte der Messe München. Wir sind sehr stolz auf die Ergebnisse", erklärte Messechef Klaus Dittrich bei der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag.

Zugleich betonte er die Herausforderungen der aktuellen Situation: "Die Corona-Pandemie zeigt, wie verletzlich die globale Wirtschaft trotz Rekordergebnissen ist." Um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, sei es wichtig, weitere digitale Formate zu entwickeln. Als Beispiel nennt er die "Ispo Restart Days", eine Digitalkonferenz Ende Juni, bei der die Sportbranche über Auswege aus der Krise sprechen will.

Die Bauma bescherte der Messe einen Mega-Umsatz

Das Bauma-Jahr 2019 bescherte der Messe 404,4 Millionen Euro Umsatz am Standort München und dem Konzern einen Jahresüberschuss von 73,9 Millionen Euro. Weltweit liefen 208 Veranstaltungen, am Standort München buchten 32.400 Aussteller Flächen, es kamen 2,5 Millionen Besucher. Jeder Euro Umsatz der MMG bringt 10 Euro Umsatz für Hotellerie, Gastronomie, Standbauer und andere, rund 1,8 Milliarden Euro entfallen in einem Durchschnittsjahr davon auf München.

Nach dem Rekordjahr 2019 folgt nun der tiefe Einbruch durch die Coronakrise, seit März finden keine Veranstaltungen mehr statt. "Die Messebranche und alle, die dranhängen, hat es abrupt und hart getroffen. Wir haben bisher die Hälfte des Jahresumsatzes verloren." Ein Glück, dass 2020 ein eher schwaches Messejahr sei, "man stelle sich nur vor, es wäre ein Bauma-Jahr!"

Dürfen ab September wieder Messen stattfinden?

Bisher ist die MMG ohne staatliche Hilfen ausgekommen, für 500 der 800 in München Beschäftigten allerdings musste Kurzarbeit angemeldet werden. Falls ab September wieder Messen stattfinden dürfen, bleibt der MMG der schlimmstenfalls drohende Verlust von 240 Millionen Euro erspart. Doch gewiss ist in diesem Jahr überhaupt nichts.

Gespart wird so oder so – 950 Positionen stehen an vom Teppichbelag bis zum Ausbau der Bauma-Parkplatzes in Feldkirchen, der auf 2022 verschoben ist. Für kommende Messen wurde ein striktes Hygienekonzept erarbeitet, die größeren Abstandsflächen müssen Aussteller nicht zahlen.

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