Nach Ende im Rathaus: Ratskeller verkauft sein Inventar
Nach 150 Jahren war für den Ratskeller im Münchner Rathaus am 31.12. 2025 Schluss. Hauptgrund für die Schließung der Gaststätte, die seit 1975 von der Wirtsfamilie Wieser und ihren Nachkommen geleitet wurde, waren notwendige Renovierungsmaßnahmen in der Küche, in den Schankbereichen sowie weiteren Räumlichkeiten.
Auf 1,5 Millionen Euro wurden die Kosten der Umbaumaßnahmen geschätzt. Weil aber das Neue Rathaus samt des darunter liegenden Ratskellers ab 2032 generalsaniert werden soll (geplant war ursprünglich ein Beginn in 2027), lohnte sich diese Investition für Ratskeller-Wirt Peter Wieser nicht mehr. Daher stellte die Stadt München Wieser die Option zur Verfügung, bereits zum 31.12.2025 auszusteigen, welche der Wirt schweren Herzens ergriff.
Flohmarkt im Rathaus: Ratskeller verkauft sein Inventar
Daher heißt es im nun für immer geschlossenen Ratskeller "Alles muss raus" und das Lokal trennt sich von seinem Inventar, um es in gute Hände abzugeben. Dafür findet vom Dienstag, 20. Januar bis Freitag, 23. Januar, jeweils von 10 bis 14 Uhr, ein Flohmarkt statt, bei dem Interessenten Möbel, Geschirr, Bilder und viele weitere Stücke aus der langjährigen Ratskeller-Historie erstehen können.
In einem kurzen Video in den Sozialen Medien macht der Ratskeller Werbung für die Aktion und weist darauf hin, dass Käufer eigene Taschen oder Kartons mitbringen müssen und nur Kartenzahlung möglich ist.
Die Zukunft der Gastronomie-Institution am Marienplatz ist offen – und auch mit der Generalsanierung des Rathauses verquickt.
Folgt dem Ratskeller nun ein Techno-Klub?
Im Gespräch war auch ein Techno-Klub. Diese Idee entsprang den Köpfen der Fraktion der Grünen/Rosa Liste/Volt im Münchner Stadtrat. In einem Antrag im Oktober forderten die Parteien, die Räume des Ratskellers bis zur Generalsanierung zur kulturellen Zwischennutzung für junge Münchner zur Verfügung zu stellen.
"München braucht mehr Platz für junge Menschen", sagt Grünen-Stadträtin Clara Nitsche zu dem Vorschlag. Einen "jahrelangen Leerstand, noch dazu eines denkmalgeschützten Gewölbes, das können und wollen wir uns nicht leisten", sagt sie.
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