Nach 45 Jahren: Seltene Agave blüht im Schlosspark Nymphenburg

Pflanzen-Fans haben seit Wochen darauf gewartet – jetzt ist es so weit: Seit einigen Tagen blüht eine seltene Agave im Nymphenburger Schlosspark. Die rund 45 Jahre alte Kübelpflanze entfaltet etagenweise ihre gelb-grünen bis cremefarbenen Einzelblüten und bietet so seltenes und beeindruckendes Naturschauspiel. Denn: Agaven blühen nur einmal im Leben – oft erst nach Jahrzehnten – und sterben danach ab. Die Schloss- und Gartenverwaltung Nymphenburg pflegt die Pflanze seit etwa 45 Jahren. Anders als viele Gewächse wachsen Agaven kaum in die Höhe, sondern breiten erst über Jahrzehnte ihre Blätter aus.
Beeindruckende Hohe des Stängels
Nun hat die Nymphenburger Agave ihre gesamte Energie in einen beeindruckenden Blütenstand gesteckt. Der von den Gärtnern vermessene Stängel ragt 5,85 Meter in die Höhe. An seinem oberen Ende verzweigt er sich wie ein Kandelaber in über 20 Blütenarme, die Hunderte filigrane Blütenknospen tragen. Diese öffnen sich nach und nach und formen in der Gesamtheit eine beeindruckende Blütenkrone.
Diese wird etwa zwei bis drei Wochen lang zu sehen sein. Danach stirbt die Pflanze, da sie all ihre Kraft in den Blütenstand investiert hat. Der Stängel trocknet langsam ein, behält aber seine Form. Die Schlossgärtnerei wird ihn dann vorsichtig abnehmen und einlagern, um ihn bei besonderen Anlässen auszustellen.

Die Blüte der Agave war bereits früher eine Sensation
Dass der Nymphenburger Schlosspark eine solch spezielle Pflanze pflegt, ist kein Zufall: Schon im 17. und 18. Jahrhundert galt die Blüte einer Agave als botanische Sensation. In höfischen Gärten wurde sie als kostbare Rarität geschätzt, ihre Blüte wurde in Büchern, Kupferstichen und Münzen verewigt. "Mit ihrer spektakulären Erscheinung knüpft die Nymphenburger Agave an diese Tradition an und bereichert den Schlosspark um ein einzigartiges Naturerlebnis", so die Schlösserverwaltung.
Die Geschichte der Agave endet nach ihrer Blüte nicht ganz: Zwei Ableger der Pflanze wird die Gärtnerei in Kübeln weiterkultivieren. In einigen Jahren sollen sie wieder Teil der historischen Kübelsammlung vor dem Eisernen Haus werden – und vielleicht in 40 bis 50 Jahren wieder erblühen.