Nach 13 Jahren im Ausland gefasst: Messerangreifer von München sitzt in U-Haft

2013 stach ein damals 28-Jähriger in München einem Bekannten in den Rücken und tauchte unter. Nun wurde der mutmaßliche Messerangreifer an einem Grenzübergang zwischen Serbien und Bosnien gefasst und soll sich in München vor Gericht verantworten.
von  Hüseyin Ince
13 Jahre nach dem Messerangriff in München kam es jetzt zur Festnahmen im Ausland. (Symbolbild)
13 Jahre nach dem Messerangriff in München kam es jetzt zur Festnahmen im Ausland. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Der Münchner Polizei ist eine spektakuläre Festnahme gelungen. Denn es geht um einen Fall, der bereits 13 Jahre zurückliegt. 13 Jahre und drei Monate, um genau zu sein. Damals griff ein Mann, der zu dem Zeitpunkt 28 Jahre alt gewesen ist, einen 40-Jährigen an.

Das Ganze passierte 2013 an der Leberblümchenstraße. Ein weiterer Mann war dabei, ein damals 49-Jähriger. Dem Messerangriff ging ein Streit um Geldforderungen zwischen den dreien voraus. Wer damals von wem Geld forderte, ist unklar. Alle drei Männer haben die serbische Staatsangehörigkeit.

Der 28-Jährige taucht unter

Am Ende stach der 28-Jährige zu. Es war kurz vor zehn Uhr, am 9. Mai 2013. Möglicherweise hatte sich der 40-Jährige abgewandt und wollte sich entfernen. Denn der 28-Jährige stach ihm in den Rücken. Polizei und Rettungskräfte wurden gerufen. Der Verletzte überlebte den Stich in den Rücken.

Der 28-Jährige verschwand zügig. Und zwar außer Landes. Möglicherweise hielt er sich seither in Serbien auf. Keine Spur mehr von dem Mann, 13 Jahre lang. Die Behörden erließen irgendwann einen internationalen Haftbefehl. Denn die Identität des damals 28-Jährigen war durch die beiden anderen Männer im Grunde klar. So wie der Mann nun gefasst wurde, kann man sich fragen: Ist er etwa leichtsinnig geworden?

Mutmaßlich war der gefasste Messerangreifer mit serbischen Dokumenten unterwegs und wollte die bosnisch-serbische Grenze überqueren.
Mutmaßlich war der gefasste Messerangreifer mit serbischen Dokumenten unterwegs und wollte die bosnisch-serbische Grenze überqueren. © imago stock&people

Am Grenzübergang zwischen Serbien und Bosnien erfolgt der Zugriff

Denn der heute 40-Jährige wurde am 20. März am Grenzübergang Raca zwischen Bosnien und Serbien gefasst. Ob er von Serbien nach Bosnien oder in umgekehrter Richtung unterwegs war, ist unklar. Offenbar schlug das System Alarm wegen des internationalen Haftbefehls. Seit März befand sich der mutmaßliche Messerangreifer aus Serbien in der Haftanstalt der dortigen Behörden.

Am 14. August ist der heute 40-Jährige ausgeliefert worden. Per Flugzeug kam der Serbe wohl in München an. Mutmaßlich sitzt er in U-Haft in Stadelheim, auch wenn die Behörden keine Angaben darüber machen. Das Kommissariat 11 führt die weiteren Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft bereitet den Prozess gegen den Serben vor.

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