MVG-Tickets gefälscht: Angeklagter lehnt Deal ab

Im Verfahren um gefälschte Bus- und Bahn-Tickets hat der mutmaßliche Kopf einer Betrügerbande einen Deal mit dem Gericht am Montag abgelehnt.
| AZ, dpa
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Der Angeklagte vor Gericht Ende Juni. (Archivbild)
Sigi Müller Der Angeklagte vor Gericht Ende Juni. (Archivbild)

München - Das Landgericht München I hatte ihm für den Fall einer Verurteilung einen Strafrahmen zwischen fünf Jahren und drei Monaten und fünf Jahren und neun Monaten angeboten.

Voraussetzung dafür ist aber ein umfassendes Geständnis der Anklagevorwürfe. "Das will ich nicht annehmen", sagte der 52-Jährige.

Blanko-Fahrkartenrollen gestohlen und bedruckt

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Chef einer Bande gewesen zu sein, die über Jahre Busfahrer bestochen und Blanko-Fahrkartenrollen aus Bussen gestohlen haben sollen. Diese könnten jeweils zu Tickets mit einem maximalen Wert von 150.000 Euro pro Rolle bedruckt werden.

Insgesamt macht das einen Schaden von 9,3 Millionen Euro, der den Münchner Verkehrsbetrieben dadurch hätte entstehen können - abgesehen vom Einbruchschaden. Bevor es zu den Einbrüchen kam, soll die Bande versucht haben, Busfahrer zur Herausgabe der Ticketrollen zu bestechen - mit Geld, Handys und Sex.

Angeklagter will nicht Chef der Bande sein

Der 52-Jährige bestreitet, der Chef der Bande und damit Haupttäter zu sein. Seine Geliebte und zwei weitere Komplizen wurden schon verurteilt - zu Strafen zwischen drei Jahren und anderthalb Jahren auf Bewährung. Die Verfahren waren wegen der Corona-Krise abgetrennt worden. Derzeit ist es wegen der Abstandsregeln schwierig, so viele Angeklagte gleichzeitig auf der Anklagebank unterzubringen.

Weil das Gericht seiner Aussage als Zeuge in den abgetrennten Verfahren nicht glaubte, stellte der Angeklagte einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Als Zeuge hatte der nun Angeklagte angegeben, dass nicht er, sondern andere die Köpfe der Bande sind.

Über den Befangenheitsantrag soll nach Gerichtsangaben zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Für den Prozess waren acht weitere Verhandlungstermine bis zum 14. August angesetzt.

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