MVG investiert dieses Jahr 335 Millionen Euro

Boom im Raum München. MVG-Chef Herbert König mahnt: Die Politik muss den Nahverkehr kräftig finanziell unterstützen.
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Im Wiener Werk baut Siemens die neue Münchner U-Bahn.
Im Wiener Werk baut Siemens die neue Münchner U-Bahn.

München - München wächst, und seit einigen Jahren steigen die Kundenzahlen beim MVV rapide an.Jedes Jahr gibt es bei U-Bahn, Bus und Tram in München genauso wie bei der S-Bahn neue Rekordzahlen. Mehr Kunden heißt aber auch: Es werden mehr Fahrzeuge gebraucht. Und das System muss auch erhalten werden. Deshalb investiert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in diesem Jahr 335 Million Euro.

Das ist doppelt so viel wie im vorigen Jahr, schreibt die MVG in einer Mitteilung:  "Das Geld fließt vor allem in neue Fahrzeuge sowie die Erneuerung von Technik und Infrastruktur."

Der Schwerpunkt liegt auf der U-Bahn

Den Löwenanteil macht nach Angaben der MVG die U-Bahn aus: Hier sind insgesamt 175 Millionen Euro für neue Fahrzeuge vorgesehen. "Zum einen müssen Raten für die bereits bestellten C2-Züge beglichen werden. Zum anderen wird im Laufe des Jahres die Beschaffung weiterer neuer U-Bahn-Fahrzeuge angestoßen, die ältere Garnituren ersetzen und Angebotsverdichtungen ermöglichen sollen."

Auch bei der Tram geht der Ausbau weiter, wie es in der Mitteilung heißt: mit einer Ausschreibung für neue, zusätzliche Fahrzeuge. Dafür und zur Finanzierung der neuen Avenio-Bahnen sind ca. 32 Millionen Euro eingeplant. Die 48 neuen Busse, die bereits 2013 bestellt wurden, kosten rund 18 Millionen Euro. Die neuen Fahrzeuge machen zusammen genommen rund zwei Drittel der gesamten Investitionskosten aus, nämlich rund 225 Millionen Euro.

Investitionen in Bahnhöfe

Mehr als 90 Millionen Euro fließen 2014 in Technik und Infrastruktur. Größter Brocken sind hierbei die Bahnhofsmodernisierungen am Marienplatz und Hauptbahnhof mit rund 23 Millionen Euro. Für Gleiserneuerungen bei U-Bahn und Tram müssen ebenfalls mehr als 20 Millionen Euro aufgewendet werden.

Für die Erneuerung der Streckentechnik bei der U-Bahn (z. B. Gleichrichterwerke) sind ca. 10 Millionen Euro veranschlagt. Der Austausch von Rolltreppen und Aufzügen kostet rund 8 Millionen Euro, ebenso die Sanierung des Busbetriebshofs Ost; diese soll Ende 2014 abgeschlossen werden. Für den Neubau einer Werkstatthalle für die U-Bahnzüge vom Typ C2 in der Technischen Basis der U-Bahn in Fröttmaning fallen heuer rund 4 Millionen Euro an.

Der Etat für 2014 umfasst außerdem Planungskosten für weitere Neubaustrecken bei der Tram, weitere Beschleunigungsmaßnahmen sowie die Ausstattung der Züge mit zusätzlichen Videokameras und Infotainment-Bildschirmen.

Politik muss handeln

MVG-Chef Herbert König: „Wir schultern heuer Rekord-Investitionen und treiben den Ausbau unseres Nahverkehrsangebots weiter voran. Das entspricht unserem Selbstverständnis als Mobilitätsdienstleister, ist gleichzeitig aber auch schlichte Notwenigkeit: Denn zum einen verzeichnen wir in München weiter steigende Einwohner- und damit Fahrgastzahlen. Daher brauchen wir mehr Kapazitäten, wenn U-Bahn. Bus und Tram leistungsfähig bleiben sollen. Zum anderen haben wir bei Fahrzeugen und Infrastruktur einen zunehmenden Erneuerungsbedarf, besonders in der U-Bahn. Auch hier kommen wir unserer Verantwortung nach. Umso dringender ist allerdings, dass die Politik endlich klar Schiff macht bei der weiteren Finanzierung des ÖPNV. Denn derzeit ist völlig unklar, ob und wie sich Bund und Länder künftig z. B. an den Kosten für Neubaustrecken beteiligen. Der aktuelle Fördertopf ist x-fach überzeichnet und läuft 2019 aus – Nachfolge offen. Und für Erneuerungsinvestitionen gibt es bislang keinerlei öffentliche Unterstützung. Hier ist die Politik am Zug! Der Boom in München zeigt, dass sich Investitionen in den ÖPNV lohnen!“

 

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