MVG-Chaos an Münchner Freiheit: 54er Bus vergessen!

Nach dem Umbau an der Station Münchner Freiheit gibt es für den Bus der Nummer 54 keinen Platz mehr. Jetzt parkt er in einer Nebenstraße und versperrt die Einfahrt. Und die MVG? Die schiebt die Schuld auf die Autofahrer.
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SCHWABING - Nach dem Umbau an der Station Münchner Freiheit gibt es für den Bus der Nummer 54 keinen Platz mehr. Jetzt parkt er in einer Nebenstraße und versperrt die Einfahrt. Und die MVG? Die schiebt die Schuld auf die Autofahrer.

Gut 50 Millionen Euro wurden für die neue Parkstadt-Tram ausgegeben, nochmal 20 Millionen kosteten die neue Haltestelle und der Umbau des U-Bahnhofs Münchner Freiheit. Doch eine Zahl hat die MVG vergessen: 54. Für den 54er Bus gibt es dort keinen Platz mehr. Aber er fährt immer noch und verstopft ruhige Nebenstraßen.

„Diese Planung ist eine Katastrophe“, schimpft Paul Singer, Anwohner in der kleinen Germaniastraße. Die hatte vorher nie etwas mit Bussen zu tun. Aber jetzt: Der 54er Bus lädt an seiner Endhaltestelle Münchner Freiheit die Fahrgäste aus. Dort gibt es aber – anders als vor dem millionenteuren Umbau – keinen Platz mehr für ihn. Damit er überhaupt wenden kann, muss der Bus über die Leopoldstraße, Rheinstraße in die Germaniastraße fahren – und macht dort mit laufendem Motor Pause. „Da fallen im Lizenzgebiet zehn Parkplätze weg, und er versperrt die Einfahrt in den Hof und die Tiefgarage eines Hauses“, so Paul Singer. Und wenn er nach der Pause in die Ungererstraße einfädelt, verstopfe der lange Gelenkbus die Kreuzung. „Das ist ganz fatal und führt ständig zu Chaos“, beklagt Sailer.

Die Anwohner sind über den „offensichtlichen Planungsfehler“ wütend. Die Stadtwerke räumen der AZ das Dilemma ein. Der 54er Bus wurde wohl vergessen. „Nach jetzigem Planungsstand werden die Busse der Linie 54 in Zukunft direkt an der Münchner Freiheit wenden“, so die MVG. Die Haltestelle sei so ausgelegt.

Aber: „Was noch fehlt, ist eine entsprechende Signalisierung zur Überquerung der Leopoldstraße.“ Das solle erst „im Laufe des kommenden Jahres“ realisiert werden. Die Situation vor Ort sei „alles andere als einfach“: „Unter anderem deswegen, weil die Busse neben den vier Fahrspuren der viel befahrenen Leopoldstraße mit ihren bereits vorhandenen Ampelanlagen auch die ebenfalls signalisierten Tramgleise überqueren müssen.“ – Das musste auch schon bei der Planung klar gewesen sein, meint auch Paul Singer.

Die Wendefahrt zur Germaniastraße sei eine „provisorische Lösung“, so die MVG. Das Verkehrschaos vor Ort seien im übrigen die Autofahrer Schuld, so die MVG: „Verkehrsbehinderungen ergeben sich nach unserer Beobachtung nur dann, wenn der Stellplatz für den Bus widerrechtlich zugeparkt oder aus anderen Gründen nicht nutzbar ist.“ CSU-Stadtrat Marian Offman schüttelt den Kopf: „Das ist eine Fehlplanung, wie sie im Buche steht.“

Willi Bock

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