Mutige Retter stoppen Prügelattacke an der Hackerbrücke
Sechs junge Männer haben sich am 18. Januar 2026 in den frühen Morgenstunden am Bahnsteig der Haltestelle Hackerbrücke eine wüste Schlägerei geliefert. Dabei landeten einige der Beteiligten auf dem Gleis, wo sie sich weiter prügelten. Zwei Zeugen griffen damals mutig ein.
Wüste Schlägerei am Bahnsteig
Gegen 3.45 Uhr geriet damals nach Angaben der Bundespolizei in München eine sechsköpfige Gruppe deutscher Staatsangehöriger mit drei deutschen Jugendlichen im Alter von 16, 17 und 19 Jahren in Streit. Die dreiköpfige Gruppe war zuvor aus einer S-Bahn der Linie S1 ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig eskalierte die Lage. Die beiden Gruppen gerieten heftig aneinander. Daraus entwickelte sich eine massive Schlägerei, bei der einige der beteiligten Personen ins Gleis stürzten und sich dort auf den Schienen weiter prügelten.
DB-Mitarbeiter zögert nicht
Ein 40-jähriger türkischer Mitarbeiter der Deutschen Bahn bekam den Vorfall mit und schritt ohne zu zögern ein. "Ich habe eigentlich nicht lange überlegen müssen, weil ich davon ausging, dass dort jemand einen anderen töten will", schilderte die Reinigungskraft jetzt bei der Ehrung in der Bundespolizeiinspektion München die Ereignisse vom vergangenen Januar.
Prügelei trotz Lebensgefahr
Ein 35-Jähriger, der zu der sechsköpfigen Gruppe gehörte, und der 19-Jährige schlugen sich laut Bundespolizei auf den Gleisen und liefen Gefahr, von einer einfahrenden S-Bahn erfasst zu werden. Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn wagte sich in den Gefahrenbereich, er trennte die beiden Männer. Da es an anderer Stelle des S-Bahn-Halts ebenfalls zu einer Auseinandersetzung kam, schritt er auch hier ein. Der 40-jährige Helfer blieb unverletzt, so eine Sprecherin der Bundespolizei.
Auszeichnung auch für einen 22 Jahre alten Helfer
Ein 22-jähriger Deutscher, der ebenfalls schlichtend eingreifen wollte, versuchte, die Beteiligten zu beruhigen. Er stellte sich mutig zwischen sie. Unvermittelt wurde er von dem 17-Jährigen angegriffen und schwer am Auge verletzt. Der couragierte Helfer musste im Anschluss in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert werden. Bei der Ehrung sagte der 22-Jährige, der bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, dass er die Angst vor einem möglichen Angriff damals einfach ausgeblendet habe und instinktiv helfen wollte.
Urkunden und Medaillen für die Helfer
Für die gezeigte Zivilcourage und die Bereitschaft, anderen Menschen in der Not unter Einsatz ihres eigenen Lebens und ihrer Gesundheit zu helfen, sprach die stellvertretende Leiterin der Bundespolizeiinspektion München, Polizeidirektorin Sabine Mäder, beiden jetzt ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Bei einem persönlichen Gespräch in einem kleinen Rahmen erhielten die Männer eine Urkunde sowie ein Präsent.
Schläger verurteilt
Die drei Jugendlichen wurden zwischenzeitlich vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts München verurteilt. Der 19-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten. Der 17-Jährige wurde zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Gegenüber dem 16-Jährigen verhängte das Gericht eine Woche Jugendarrest in Verbindung mit diversen Auflagen. Die Staatsanwaltschaft München I legte hinsichtlich des Urteils des 19-jährigen Angeklagten Berufung ein. Die Urteile der beiden Jüngeren sind bereits rechtskräftig.

