"Munich Beats“-Star Jule Hermann: "Meine Generation hat die Schnauze voll“

In "Munich Beats“ spielt Jule Hermann eine junge Frau, die in den 90ern DJ werden will. Privat blickt die 22-Jährige ebenfalls sehnsüchtig auf eine Zeit zurück, in der das Leben langsamer war – und warnt eindringlich vor Handy-Stress, ständiger Erreichbarkeit und künstlicher Intelligenz.
Friederike Hilz |
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In "München Beats" taucht Jule Hermann (22) als Linda in das München der 90-er ein.
In "München Beats" taucht Jule Hermann (22) als Linda in das München der 90-er ein. © ZDF/ Holly Fink

"Die heutige Kommunikation erzeugt einen hohen Stresspegel", findet Schauspielerin Jule Hermann. Die 22-Jährige ist gerade in der vierteiligen ZDF-Miniserie "München Beats" (Mittwoch, 26. August, und Donnerstag, 27. August, jeweils 20.15 Uhr, im ZDF oder seit 7. August komplett im Stream) zu sehen, in der sie die Bauerntochter Linda spielt, die im München der 90er-Jahre von einer Karriere als DJ träumt. Zwar hat die gebürtige Münchnerin die 90-er selbst nicht miterlebt, dennoch wünscht sie sich die Zeit der "Ruhe und Langsamkeit" zurück, denn "heute ist man ständig erreichbar". Und damit ist sie nicht alleine, glaubt die Schauspielerin: "Meine Generation hat die Schnauze voll von Schnelligkeit, Beliebigkeit und der ständigen Verfügbarkeit", macht sie im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau deutlich.

"Wo bleiben einem noch Rückzugsräume?", fragt sich Hermann und erklärt: "Man glaubt, ständig verfügbar sein zu müssen. Ich bin per Telefon erreichbar, per Mail und Messenger-Apps. Ich habe eine Social Media-Präsenz, die gefüttert werden will." Das alles ist schlicht zu viel, glaubt die 22-Jährige. Viele junge Menschen hätten psychische Probleme. "Wir sind an einem Punkt, wo man es nicht mehr ignorieren kann, dass unser Leben nicht allzu gesund ist."

Doch sich vom Handy und den sozialen Medien zu lösen, ist gar nicht so einfach, wie auch Jule Hermann selbst weiß: "Da gibt es zum einen Süchte, die man überwinden muss", erklärt sie. Und wenn man eben so an die ständige Verfügbarkeit gewöhnt ist, dann sei man "unzufrieden, wenn es nicht schnell geht", glaubt die gebürtige Münchnerin: "Was wiederum zeigt, wie gestresst wir alle sind."

Jule Hermann macht KI "große Angst"

Zu diesem Stress trägt für Hermann auch der Vormarsch der künstlichen Intelligenz bei. In ihrer "Blase" sehe man KI kritisch, sagt sie, doch insgesamt herrsche in der Kreativbranche "große Uneinigkeit". "Die Skepsis gegenüber KI-Projekten kann sich schnell in Zustimmung verwandeln, sobald man glaubt, einen Vorteil davon zu haben", weiß die 22-Jährige - auch, wenn solche Projekte "mittel- und langfristig nicht gut für die Branche und die Kunst sind".

"Mir macht so etwas große Angst", gesteht Hermann mit Blick auf diese Entwicklung. "Denn man arbeitet als junger Kreativer durch die Kooperation mit und dem Füttern von KI auch an der Abschaffung der eigenen Kunst", erklärt sie.

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  • Der wahre tscharlie vor 23 Minuten / Bewertung:

    Ich kann die Frau recht gut verstehen.
    Man muß sich nur mal in der Stadt umsehen, wie die Menschen alle an ihren Handys hängen. Wie Patienten die am Tropf hängen, weil sie ohne tägliche Push-up-Infusion nicht überleben können.
    Und was sie alles fotografieren um es sofort in die Welt hinauszuschicken.

    Sich einfach mal zurücklehnen und sich fragen, was ist wirklich wichtig in meinem Leben. Brauch ich all das täglich?
    Und die KI wird wirklich kreative Kunst zerstören.

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