Münchnerin im Ferienparadies erwürgt - Tätowierer legt Geständnis ab

Zwei Tage nach der Ermordung der Münchnerin Astrid A. hat die thailändische Polizei offenbar den Fall gelöst. Der 29-jährige Tätowierer Tiwat K. gestand, die 46-Jährige am Strand der Urlaubsinsel Ko Phangan erwürgt zu haben. Sein Motiv: Rache - und verletzter Männerstolz
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Astrid A. und der Hauptverdächtige Tiwat K (rechts), von der Polizei abgeführt.
dpa Astrid A. und der Hauptverdächtige Tiwat K (rechts), von der Polizei abgeführt.

MÜNCHEN/BANGKOK - Zwei Tage nach der Ermordung der Münchnerin Astrid A. hat die thailändische Polizei offenbar den Fall gelöst. Der 29-jährige Tätowierer Tiwat K. gestand, die 46-Jährige am Strand der Urlaubsinsel Ko Phangan erwürgt zu haben. Sein Motiv: Rache - und verletzter Männerstolz

„Astrid war eine richtige Partymaus, sie hat gerne getanzt und gefeiert“, sagt Daniel Anderegg, ein Freund der 46-jährigen Münchnerin. Die legendären Vollmondpartys, die tausende von Urlaubern und Rucksacktouristen jedes Jahr auf die thailändische Insel Ko Phangan rund 430 Kilometer südlich von Bangkok locken, waren für die lebenslustige Münchner der Höhepunkt des Jahres. Doch am Sonntag wurde Astrid A. ermordet am Strand gefunden.

Ein Tätowierer tötete sie, weil sie ihn angeblich beleidigte

Ihr Bekannter, ein 29-jähriger Tätowierer, wurde festgenommen. Tiwat K. hat bereits gestanden. Er habe Astrid A. getötet, weil sie ihn beleidigt habe. „Astrid wollte, dass Tiwat ihr beibringt, wie man Tattoos sticht“, erzählt Daniel Anderegg. Bei ihrer Geburtstagsparty an Weihnachten stellte sie ihren Freuden den 29-Jährigen vor: Tätowiert bis zum Hals und mit mehreren Piercings im Gesicht erschien er in ihrem Bungalow am Strand. „Astrid hat sich nicht für ihn als Mann interessiert, er war einfach nicht ihr Typ“, sagt Daniel Anderegg.

Trotzdem traf sich Astrid A. immer wieder mit dem 23 Jahre jüngeren Mann. „Er hat sie angemacht“, erzählt der 43-jährige Gastwirt. Der Schweizer kennt Astrid A. seit Jahren. Beide hatten sich bei einer Reise durch Indien kennen gelernt. Vor einem Jahr kreuzten sich ihre Wege wieder auf Ko Phangan. Daniel Anderegg: „Astrid liebte die Insel, sie lebte dort von ihrem Erbe, manchmal jobbte sie auch als Kellnerin.“

Auf Ko Phangan starben schon mehrere Touristen

Nach einem schweren Motorradunfall musste sie zurück nach München. Sie ließ sich in einer Klinik operieren und blieb den ganzen Sommer“, erzählt Anderegg. Erst vor rund vier Wochen kehrte sie in das exotische Inselparadies zurück – rechtzeitig für die Vollmondpartys, die sie so faszinierten. Astrid A. kannte die Gefahren, die auf Phangan lauern. Im März 2008 wurde ein indischer Tourist auf der Insel ermordet, im April 2007 ein Israeli, ein 36-Jähriger Brite wird seit fast einem Jahr vermisst. Doch Angelika A. fühlte sich sicher – sie kam in Begleitung von Tiwat K..

Er hatte sie zu einer Party in das Tattoo-Studio eingeladen, in dem er arbeitete. Im Lauf des Abends überredete er sie zu einer Motorradtour an den Strand der Inselhauptstadt Thong Sala. Dort wurde die 46-Jährige am nächsten Tag gefunden. „Sie lag halbnackt, nur mit Shorts bekleidet im seichten Wasser“, berichtet Oberstleutnant Somsak Nhurod. Laut Gerichtsmedizin wurde Astrid A. nicht vergewaltigt.

Der Verdacht fiel sofort auf Tiwat K.. Er war der Letzte, mit dem Astrid A. lebend gesehen worden war. Inzwischen erging Haftbefehl gegen ihn. Angeblich soll Astrid A. ihn bedrängt und Avancen gemacht haben. Als er sie aber abblitzen ließ, habe sie aus Rache überall herumerzählt, er habe sie vergewaltigt. Deshalb habe er sie an den Strand gelockt und dort schließlich erwürgt.

Ralph Hub

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