Münchner Zoll nimmt 7,7 Milliarden Euro ein!

Der Zoll hat weitaus mehr Aufgaben, als die Untersuchungen am Flughafen. Zahlen und Fakten aus sämtlichen Bereichen zeigt die Jahresbilanz des Hauptzollamts München.
| az
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Ein Zollbeamter bei einer Kontrolle auf einer Baustelle. Auch Fragen der Schwarzarbeit behandelt der Zoll.
BWZ 2 Ein Zollbeamter bei einer Kontrolle auf einer Baustelle. Auch Fragen der Schwarzarbeit behandelt der Zoll.
Ein Mitarbeiter des Zolls bei der Kontrolle von Paketen. Im Jahr 2014 wurden insgesamt rund 5000 gefälschte Markenartikel sichergestellt.
BWZ 2 Ein Mitarbeiter des Zolls bei der Kontrolle von Paketen. Im Jahr 2014 wurden insgesamt rund 5000 gefälschte Markenartikel sichergestellt.

Denkt man an den Zoll, so kommt einem vermutlich zuerst der Flughafen und die dortigen Untersuchungen in den Sinn. Doch der Zoll ist in weitaus mehr Bereichen tätig, wie die jetzt veröffentlichte Jahresbilanz des Hauptzollamts München zeigt.

München - Die roten und grünen Eingänge des Zolls am Flughafen sind wohl den meisten Menschen bekannt. Das es jedoch viele weitere Bereiche und Aufgaben gibt, für die der Zoll zuständig ist, zeigt die Jahresbilanz des Hauptzollamts München, in der die Zahlen und Werte aus sämtlichen Bereichen dargelegt werden.

Einnahmen für den Staatshaushalt

Im Jahr 2014 hat der Münchner Zoll 7,7 Milliarden Euro Haushaltseinnahmen für Bayern, Deutschland und Europa erwirtschaftet, sowie 2.100 Verstöße im Bereich der Marken- und Produktpiraterie bei Postpaketen aufgedeckt. Die Haupteinnahmequelle waren hierbei die Verbrauchssteuern, bei denen die Tabaksteuer (4,5 Mrd. Euro) den größten Anteil ausmachte. Die den Ländern zustehende Biersteuer brachte dem Land Bayern rund 44 Millionen Euro ein.

Außenprüfung

Das Hauptzollamt München ist nicht nur für Zoll-Angelegenheiten verantwortlich, sondern befasst sich beispielsweise auch mit der Frage des Warenursprungs, den Verbrauchssteuern, sowie juristischen Angelegenheiten, wie dem Außenwirtschaftsrecht. Der Prüfungsdienst hat im vergangenen Jahr 478 Prüfungen erledigt. Dabei wurden von den Firmen rund 3,5 Millionen Euro nachgefordert und 1,5 Millionen Euro erstattet.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Auch das Thema der Schwarzarbeit wird beim Hauptzollamt bearbetet. Klar ist: Kein Unternehmen, das seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordnungsgemäß beschäftigt, kann mit Firmen konkurrieren, die das Geschäft mit Schwarzarbeitern betreiben.

Der Zoll sorgt für die gerechte und korrekte Abführung von Abgaben, wie zum Beispiel den Sozialversicherungsbeiträgen. Der Zoll geht rigoros mit Schwarzarbeitern und ihren Auftraggebern vor, da sie der Allgemeinheit und dem deutschen Arbeitsmarkt schaden. Neben dem Hinterziehen von Steuern werden durch die Schwarzarbeit zudem noch zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat im Jahr 2014 insgesamt 8.300 Personen und 1.450 Arbeitgeber überprüft. Unter anderem waren Baugewerbe und Sicherheitsunternehmen Ziel der Überprüfungen der rund 100 Bediensteten.

Nach Überprüfungen der Unternehmen wurde eine Schadenssumme von rund 11 Millionen Euro ermittelt. In 2.200 abgeschlossenen Strafverfahren wurden Freiheitsstrafen von insgesamt 49 Jahren verhängt und Bußgelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro festgesetzt.

Zoll am Flughafen München

"Haben Sie Waren anzumelden?". Auf diese Frage lässt sich die Arbeit des Zolls schon lange nicht mehr reduzieren. Rund 400 Zöllnerinnen und Zöllner arbeiten am Münchner Flughafen und sorgen durch ihre Ermittlungen für eine Stabilisierung des Sozialsystems. Durch die Untersuchungen des Zolls wird die Wirtschaft vor Wettbewerbsverzerrungen, sowie der Verbraucher vor mangelhaften, ausländischen Waren, geschützt.

Zahlen und Fakten zur Zollarbeit am Münchner Flughafen:

  • Rauschgift: Die Beamten stellten im vergangenen Jahr 221 Rauschgiftschmuggelfälle fest und zogen insgesamt 62 Kilogramm Rauschgift aus dem Verkehr.
  • Verbotene Gegenstände und Waffen: Insgesamt 145 verbotene Waffen, vornehmlich Schlagringe und Wurfsterne haben die Zöllner sichergestellt.
  • Artenschutz: Die Zöllner registrierten 113 Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. 7878 Arzneimittel mit geschützten Pflanzenextrakten, 4 lebende Tiere und 12 lebende Pflanzen wurden den Reisenden im Laufe des vergangenen Jahres abgenommen.
  • Strafverfahren: Weil Reisende ihre Mitbringsel nicht beim Zoll am Flughafen München anmeldeten, wurden insgesamt 1.552 Strafverfahren eingeleitet. Als „abgabenrechtliche Sanktion“ wurde bei 6.600 Personen ein Zollzuschlag erhoben.

Im vergangenen Jahr haben die Zöllner rund 776 Millionen Euro an Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Insgesamt haben die Beamtinnen und Beamten über 1 Millionen Ausfuhr- und 167.000 Einfuhrsendungen abgefertigt.

Fälschungen und Produktpiraterie

Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf insgesamt rund 65.500 abgefertigte Postpakete brachte zusätzliche Arbeit im Bereich der Marken- und Produktpiraterie. Ob Sommer oder Winter, im vergangenen Jahr landeten zahlreiche Pakete mit Fälschungen angesagter Markenprodukte beim Zollamt in Garching-Hochbrück. Im Jahr 2014 wurden 2.100 Verstöße registriert. Insgesamt wurden rund 5.000 gefälschte Markenartikel, vornehmlich Sonnenbrillen, Turnschuhe oder Handtaschen namhafter Hersteller, aus dem Verkehr gezogen. „Der Internethandel boomt; aber nicht alles ist erlaubt", so der Leiter des Hauptzollamts München, Gerhard Rittenauer.

Liegt ein Betrug vor, dürfen die Waren nicht mehr an den Käufer ausgehändigt werden. Die Plagiate werden vom Zoll eingezogen und schließlich vernichtet. Gerade beim Online-Kauf werden gefälschte Waren als vermeintliche Originalprodukte angepriesen, weswegen die Kunden vor allem beim Warenkauf im Internet besonders aufpassen müssen.

Personenkontrollen

Durch die "Kontrolleinheit Verkehrswege" München wurden im Jahr 2014 insgesamt 5.966 Personenkontrollen vorgenommen. Dabei wurden 323 Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Bei 79 Personen wurde festgestellt, dass sie noch Schulden beim Bund in Höhe von 95.000 Euro begleichen mussten.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren