Münchner Schulklassen: Jetzt gibt's Unterricht im Wald

Ab sofort dürfen Münchner Schulklassen auch mal Unterricht im Wald haben – mit einer Waldpädagogin von der Forstverwaltung.
| Irene Kleber
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Sportstunde – hier mal mit Sackhüpfen auf weichem Waldboden.
Sigi Müller 2 Sportstunde – hier mal mit Sackhüpfen auf weichem Waldboden.
Wenn man sich nicht den Hals verdrehen will beim Schauen in die Baumkronen, nimmt man einfach einen Spiegel. Wieder was gelernt.
Sigi Müller 2 Wenn man sich nicht den Hals verdrehen will beim Schauen in die Baumkronen, nimmt man einfach einen Spiegel. Wieder was gelernt.

München - Sonnenstrahlen blitzen golden durch das Laub junger Rotbuchen. Auf dem weichen Boden schlängeln sich Wurzeln, bei jedem Schritt knistern Nadelhaufen, knacksen kleine Äste oder Kiefernzapfen. Es riecht nach Wald – und als die Kinder, die Münchens Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) in den Fürstenrieder Stadtwald begleiten, unter einer mächtigen Buche eine Art Tipi entdecken, ist die Begeisterung groß. Sofort klettern sie hinein, inspizieren, wie einfach das zusammengebaut ist (indem man nämlich dickere Äste hochkant zusammenstellt und miteinander verflicht), fangen an zu spielen: mit Kiefernzapfen, Ästen, Steinen, Blättern.

Waldpädagogin begleitet Schulklassen

Genau darum geht es im Projekt "Das grüne Klassenzimmer", für das Kristina Frank, die auch Chefin der städtischen Forstverwaltung ist, nun die Werbetrommel rührt: Die städtischen Wälder öffnen sich, damit von Coronabeschränkungen geplagte (Grund-)Schulklassen mal unbeschwert für drei Stunden zusammen draußen lernen können. Und zwar spielend – in frischer Waldluft, mit viel natürlichem Abstand zueinander, mit Bewegungsfreiheit und ohne Maske. Um die Lehrer zu entlasten und neue Ideen einzubringen, begleitet sie die städtische Försterin und Waldpädagogin Marion Schmid.

Sportstunde – hier mal mit Sackhüpfen auf weichem Waldboden.
Sportstunde – hier mal mit Sackhüpfen auf weichem Waldboden. © Sigi Müller

Sie hat, um das zu demonstrieren, im Wald vier Stationen aufgebaut. Je eine für eine Heimat- und Sachunterrichts-Stunde (HSU), eine Mathestunde, für Deutsch und für Kunst. Buchstaben, zum Beispiel, lassen sich hier ganz leicht lernen, indem man zum "A" ein Ahornblatt als Merkhilfe legt, und zum "Z" einen Zapfen. Im Kunstunterricht können die Kinder mit Naturgegenständen kreativ sein, die ohnehin überall herumliegen.

Amüsant und lehrreich zugleich ist Mathe im Wald: Wenn der Strahlensatz so erklärt wird, dass die Kinder nebenbei lernen, mit einem Ast, den Augen und der Schrittlänge die Höhe eines Baumes auszurechnen. Vergisst man wohl nie wieder.

Wenn man sich nicht den Hals verdrehen will beim Schauen in die Baumkronen, nimmt man einfach einen Spiegel. Wieder was gelernt.
Wenn man sich nicht den Hals verdrehen will beim Schauen in die Baumkronen, nimmt man einfach einen Spiegel. Wieder was gelernt. © Sigi Müller

Wie kommen Schulklassen zum Unterricht im Wald? Interessierte Lehrer rufen einfach bei Marion Schmid in der Forstverwaltung an und reservieren einen Termin: 08 020/ 90 57 13 23 oder 0152/568 16 184
Dauer: drei Stunden; Gruppengröße: max. 30 Kinder Ort: Fürstenrieder-, Truderinger- oder Riemer Wald; Kosten: für städtische Schulen kostenlos, andere Schulen nach Absprache

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