Münchner Richter entscheiden über Cellulite-Creme

Wettbewerbsverband verklagt Kosmetikfirma, die mit dem Spruch für ihre Creme wirbt.
| John Schneider
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MedieforMedical/imago

München - Es betrifft 80 bis 90 Prozent aller Frauen: Cellulite, auch Orangenhaut genannt, ist der weiblichen Bindegewebe-Struktur geschuldet. Männer sind kaum betroffen. Nichtsdestotrotz haben fast ausschließlich Männer in zwei Instanzen (am Donnerstag war der 29. Zivilsenat des Oberlandesgerichts an der Reihe) darüber zu entscheiden gehabt, ob der Produktname "ByeByeCellulite" für eine Creme irreführend sein könnte.

Geklagt hatte ein Wettbewerbsverband gegen eine Kosmetikfirma. "ByeBye" verspreche als Abschiedsgruß eine Heilung der Orangenhaut, argumentiert der Kläger. Das sei wissenschaftlcih aber nicht nachgewiesen und damit wettbewerbsrechtlich unzulässig.

Doch die Herren Richter waren und sind anderer Meinung. Die angesprochenen potenziellen Kundinnen können sehr wohl erkennen, dass der Slogan keine Heilung verspricht, so wie es der Verband kritisiert.

Zwar ist "Bye bye" tatsächlich wohl im Sinne von "Lebe wohl" gemeint, aber das sei für sich noch keine Irreführung. Denn wer die vom Verband kritisierte Internet-Werbung ganz liest, findet unter anderem die folgende Passage: "Die Dellen (können) sichtbar ausgeglichen und harmonisiert werden. Das Erscheinungsbild der Cellulite kann gemildert werden." Gemildert, nicht geheilt also.

Wer diesen Preis zahlt, schaue genauer hin

Und dass diese Passage auch gelesen, die Werbung nicht nur überflogen wird, dafür sorgt der Preis. Wer 119 Euro für 200 Milliliter Creme ausgeben soll, schaut gerne genauer hin.

Außerdem werden sich die allermeisten Betroffenen informiert haben und wissen, dass Cellulite tiefe Hautstrukturen betrifft. Mit Cremes, Salben und ähnlichen kosmetische Behandlungen könne da kein Erfolg erzielt werden.

Nachdem der Vorsitzende Richter Andreas Müller die Position des OLG-Senats erläutert hat, zieht der Kläger die Berufung wegen Aussichtslosigkeit zurück. "ByeByeCellulite" darf weiter so werben, auch wenn die Creme die Cellulite vielleicht nur besser aussehen lässt, aber nicht heilt. John Schneider

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