Münchner Polizeiskandal: Dealer vor Gericht, doch ein wichtiger Zeuge fehlt

Im Prozess wegen eines Kokain-Deals tritt ein Schlüsselzeuge des Polizeiskandals auf, doch nicht alles läuft im Prozess optimal.
| John Schneider
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Das Polizeipräsidium in der Innenstadt.
Das Polizeipräsidium in der Innenstadt. © Peter Kneffel/dpa

München - Ein Eventmanager (44), der bei einem Drogendeal als Vermittler gedient haben soll - kein besonders spektakulärer Vorwurf. 

Zeuge macht zum Teil widersprüchliche Aussagen 

Doch der Fall ist quasi nur die Spitze des Eisbergs und Teil eines weitaus größeren Ermittlungskomplexes rund um Drogendeals im Münchner Nachtleben und Polizisten, die von der rechten Bahn abgekommen sind.

Der Zeuge, der diesen Polizei-Skandal im vergangenen Jahr ins Rollen brachte, sagt auch am Dienstag am Amtsgericht aus. Er bestätigt, dass er am Abend des 2. Februar 2020 Kokain bei der Geburtstagsfeier eines Gastronomen verkauft habe.

Den Kontakt zwischen ihm und seinem Kunden soll laut Anklage der 44-Jährige hergestellt haben. Doch der Angeklagte bestreitet das. Und sein Verteidiger Kai Wagler hakt nach, kritisiert, dass der Zeuge zum Teil widersprüchliche Aussagen gemacht habe.

Vier Gramm Kokain für 400 Euro

So gibt es Abweichungen bei der Menge des verkauften Kokains. In der Anklage ist die Rede von möglicherweise nur drei Gramm für 300 Euro. Dem Dealer sollen zunächst aber nur 220 Euro davon bezahlt worden sein.

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Am Dienstag sagt der Zeuge aber, dass es vier Gramm für 400 Euro waren. Tatsächlich seien ihm erst nur 350 Euro ausgehändigt. Kurz darauf wurden die restlichen 50 Euro aber unter der Tür durchgeschoben. An andere Details könne er sich aber nicht mehr gut erinnern.

Der Prozess muss dann kleinere Hürden überwinden. So erweist sich ein Polizist, der im Zeugenstand Platz nimmt, als wenig hilfreich. Er gibt an, bei der fraglichen Vernehmung nur mitgeschrieben zu haben.

Ein Kollege habe die Vernehmung geleitet und sei auch wesentlich besser in der Materie drin gewesen. Auch die Frau (37) des Angeklagten bringt den Prozess nicht weiter. Sie macht von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Da ein wichtiger Zeuge, auf den die Staatsanwaltschaft nicht verzichten möchte, unentschuldigt fehlt, wird der Prozess am Dienstag nicht fertig werden können. Er soll am 26. Mai fortgesetzt werden.

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