Münchner Nachtleben: Rassismus unter Türstehern?

Gibt es Rassimus im Münchner Nachtleben? Vor knapp zweieinhalb Jahren sorgte ein Stichproben-Test, bei dem ein Farbiger an mehren Club-Türen abgewiesen wurde für Schlagzeilen. Ein aktueller Test zeigt: Geändert hat sich seitdem nicht viel.
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Ein Türsteher vor einer Disko. (Symbolbild).
dpa Ein Türsteher vor einer Disko. (Symbolbild).

Gibt es Rassimus im Münchner Nachtleben? Vor knapp zweieinhalb Jahren sorgte ein Stichproben-Test, bei dem ein Schwarzer an mehren Club-Türen abgewiesen wurde für Schlagzeilen. Ein aktueller Test zeigt: Geändert hat sich seitdem nicht viel.

München - Der Fall von Hamado Dipama sorgt seit zweieinhalb Jahren in München für Schlagzeilen. Im Mai 2013 hatte das Mitglied des Ausländerbeirats der Stadt München in 25 Münchner Nachtclubs Stichproben durchgeführt. Er wurde damals in 20 von 25 Clubs nicht vom Türsteher reingelassen - wegen seiner Hautfarbe, wie der inzwischen 40-Jährige glaubte. Die betreffenden Diskos wurden daraufhin auf Unterlassung und Schmerzensgeld verklagt.

Das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern hat nun neuerdings einen Test durchgeführt - mit ganz ähnlichem Ergebnis.

An zwei Abenden im November wurde eine Testgruppe losgeschickt, bestehend aus zwei Personen mit dunkler und zwei mit heller Hautfarbe, begleitet von zwei Beobachtern.

 

Dunkelhäutige Menschen werden häufiger abgewiesen als hellhäutige

 

Lesen Sie hier: Rassismus vor der Disco? Klage endet mit Vergleich

Bei einem Versuch wurden die zwei schwarzen Testpersonen bei 20 getesteten Diskotheken vierzehnmal abgewiesen, während die beiden weißen Vergleichspersonen nur einmal abgewiesen wurde. Beim zweiten Versuch wurden die Schwarzen bei 25 getesteten Diskotheken vierzehnmal abgewiesen, während die Gruppe der Vergleichspersonen an keiner Diskothek abgewiesen wurde.

Laut Pressemitteilung des Netzwerks wurde bei den Absagen meist mit einer angeblichen Gästeliste, der Behauptung der Club sei zu voll, oder auch mit der Aussage, dass keine Begründung nötig sei, argumentiert.

„Dieses Ergebnis hat meine Menschenwürde tief verletzt“, so Boubacar Bah von der Testgruppe. Er fügt hinzu, dass sie in einem Fall sogar verbal und körperlich angegriffen wurden.

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