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Münchner Foto-Schätze: Verschwunden, verändert, erhalten

Münchner Foto-Schätze aus der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.
| Thomas Müller
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1905: der fahnengeschmückte Kuppelsaal des Armeemuseums.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 1905: der fahnengeschmückte Kuppelsaal des Armeemuseums.
1950: Das zerstörte Armeemuseum - nur die Kuppel ist erhalten.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 1950: Das zerstörte Armeemuseum - nur die Kuppel ist erhalten.
Über Jahrzehnte fast schon ein Wahrzeichen der Augustenstraße: das unfassbar schmale Haus mit dem steilen Dach aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 Über Jahrzehnte fast schon ein Wahrzeichen der Augustenstraße: das unfassbar schmale Haus mit dem steilen Dach aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Der kahle Dom 1956: Bis die vielen historischen Kunstwerke zurückkehren, dauert's noch bis 1994.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 Der kahle Dom 1956: Bis die vielen historischen Kunstwerke zurückkehren, dauert's noch bis 1994.
Kennen Sie diese Kirche? Die alte Herz Jesu Kirche in Neuhausen (erbaut 1948/51), die 1994 komplett abgebrannt ist. 1997 bis 2000 entstand sie völlig neu - eine Ikone moderner Kirchenarchitektur.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 Kennen Sie diese Kirche? Die alte Herz Jesu Kirche in Neuhausen (erbaut 1948/51), die 1994 komplett abgebrannt ist. 1997 bis 2000 entstand sie völlig neu - eine Ikone moderner Kirchenarchitektur.
Die Schwemme im Jahr 1930: Sie hat sogar den Krieg überdauert.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 Die Schwemme im Jahr 1930: Sie hat sogar den Krieg überdauert.
Käferparade am Platzl in den frühen 50ern - der Koch macht gerade Pause.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 Käferparade am Platzl in den frühen 50ern - der Koch macht gerade Pause.
Der Odeonsplatz Anfang der 70er: Die Theatinerstraße ist noch keine Fußgängerzone - das wird sie erst 1973.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 Der Odeonsplatz Anfang der 70er: Die Theatinerstraße ist noch keine Fußgängerzone - das wird sie erst 1973.
St. Michael und die Ruine der Alten Akademie Anfang der 50er - hinten entsteht der Hettlage.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 9 St. Michael und die Ruine der Alten Akademie Anfang der 50er - hinten entsteht der Hettlage.

München - Das staatliche Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI), das hinterm Königsplatz im ehemaligen Verwaltungsbau der NSDAP residiert, hütet unermessliche Schätze:

Umfassende Photothek mit tausenden Foto-Raritäten von München

Es besitzt die weltweit bedeutendste kunst- historische Fachbibliothek - und eine Photothek mit 1,1 Millionen Fotografien, Abbildungen, Repros, Dias und Negativen. Darunter auch Tausende Foto-Raritäten von München: 16.245 wurden mit Hilfe von Google digitalisiert und sind jetzt auf Google Arts & Culture in Netz hoch- auflösend zu bewundern. Und in etwa nochmal so viele kommen bis 2022 hinzu.

Die AZ zeigt in dieser Serie immer wieder rare Aufnahmen aus der Stadt aus der Zeit vor dem Krieg, aus der Nachkriegszeit, aber auch aus den 70er und 80er Jahren - eine interessante und faszinierende Zeitreise.

Eine Bierwirtschaft (nicht nur) für Touristen

Vorpandemisch mit bis zu 35.000 Gästen pro Tag, ist es gerade ein bisserl ruhiger im wohl berühmtesten Biertempel der Stadt. Kein reines Touri-Lokal - 200 Stammtische haben hier ihre Heimat. Und der Wirtsgarten ist ohnehin eine Schau. Sehr sehenswert: die Schwemme von 1897. Im Krieg unversehrt, haben sich hier sogar die alten Tische erhalten.

Die Schwemme im Jahr 1930: Sie hat sogar den Krieg überdauert.
Die Schwemme im Jahr 1930: Sie hat sogar den Krieg überdauert. © Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte

Das legendäre Scheibenhaus

Gekannt hat es irgendwie jeder, das sehr, sehr schmale Haus mit dem sehr, sehr langen und steilen Dach in der Augustenstraße 103. Erbaut unmittelbar nach dem Krieg hatte es wie durch ein Wunder sämtliche Zeitläufe überdauert - bis zum Abriss Anfang 2020. Obwohl ein absolutes Unikum in der Stadt wollte die Denkmalbehörde dem Bau keinen Denkmalcharakter zugestehen - der Notbau der frühen Nachkriegszeit sei "nicht anschaulich erhalten", hieß es. Und somit ist wieder ein schönes Stück München dahin.

Über Jahrzehnte fast schon ein Wahrzeichen der Augustenstraße: das unfassbar schmale Haus mit dem steilen Dach aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Über Jahrzehnte fast schon ein Wahrzeichen der Augustenstraße: das unfassbar schmale Haus mit dem steilen Dach aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. © Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte

Vom Armeemuseum zur Bayerischen Staatskanzlei

Weil Bayern auch nach seinem Beitritt zum deutschen Kaiserreich 1871 seine Militärhoheit (in Friedenszeiten!) behalten durfte, wurde 1879 das Armeemuseum aus der Taufe gehoben, das die übers ganze Königreich verstreuten militärhistorischen Bestände vereinte - und 1905 im neuen Monumentalbau am Hofgarten ein Zuhause fand. Allerdings nur bis 1945. Der Krieg zerstörte beide Seitenflügel (und ein Drittel der Bestände) - wenigstens der Kuppelbau überdauerte das Inferno.

1950: Das zerstörte Armeemuseum - nur die Kuppel ist erhalten.
1950: Das zerstörte Armeemuseum - nur die Kuppel ist erhalten. © Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte

Dennoch dauerte es noch bis 1982, bis die Kuppel saniert und bis 1984, bis die ruinösen Seitenflügel abgetragen wurden. Ein unter Franz Josef Strauß geplanter, monströser Neubau der Staatskanzlei (unter Vernichtung der erhaltenen Renaissance-Arkaden) kam dann dank Bürger-Protesten doch nicht. Erst 1993 konnte Ministerpräsident Edmund Stoiber die neue Staatskanzlei beziehen, inklusive Zirbelstüberl, das sich sein Vorgänger Max Streibl so sehr gewünscht hatte.

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Alle derzeit 16 245 München-Fotos aus der Photothek gibt's kostenlos im Netz auf Google Arts & Culture und Infos zum Zentralinstitut für Kunstgeschichte. 

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