Münchner CSU will ein Ende des Rolltreppenfrusts

Ewiges Warten auf den Richtungswechsel der Rolltreppen ist für viele Münchner Alltag. Jetzt will die CSU dem Ärger ein Ende setzen
| Emily Engels
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CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.
Petra Schramek CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.

Ewiges Warten auf den Richtungswechsel der Rolltreppen ist für viele Münchner Alltag. Jetzt will die CSU dem Ärger ein Ende setzen.

München - Eine alltägliche Szene, die für viele Münchner in den U-Bahn-Stationen für Frust sorgt: Man ist auf die Rolltreppe angewiesen, jedoch ändert sich gefühlt eine halbe Ewigkeit die Richtung nicht.

Sich bemerkbar machen bei denen, die am anderen Ende weiterhin die Rolltreppe nutzen, kann man nicht rechtzeitig. Denn das andere Ende ist oft nicht einsehbar. Die Treppe zu nehmen ist jedoch auch keine Option. Etwa, weil man älter, beeinträchtigt, mit kleinen Kindern unterwegs, hochschwanger oder schwer bepackt ist.

Pretzl: "Wir sind im 21. Jahrhundert"

"Die Situation an den Rolltreppen ist ein echtes Problem. Jeder, der sich mit offenen Augen durch München bewegt, weiß, wovon ich rede", sagt Manuel Pretzl, Chef der Rathaus-CSU. Er will diesem Ärgernis jetzt ein Ende setzen. "Wir sind im 21. Jahrhundert", sagt er der AZ. "Es kann doch nicht sein, dass die MVG für dieses Problem noch immer keine technische Lösung gefunden hat."

Manuel Pretzl und seine CSU wollen deshalb jetzt einen Stadtratsantrag einbringen, der der AZ bereits vorliegt. Darin fordert die Fraktion: Die Stadt muss zusammen mit der MVG eine Lösung finden!

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.
CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl. © Petra Schramek

Ampelsystem an Münchner Rolltreppen?

Diese könnte etwa so aussehen, dass Fahrgäste per Knopfdruck ihren Bedarf für einen Richtungswechsel der Rolltreppe anmelden. Parallel dazu soll es eine Ampel geben, die ähnlich wie im Straßenverkehr funktioniert. Steht sie auf Grün, darf man die Rolltreppe in eine Richtung noch betreten. Gelb heißt: Lieber warten, die Richtung wird sich bald ändern. Und Rot: Die Richtung ändert sich gerade oder hat sich schon geändert.

Parallel dazu - oder auch als Zwischenlösung - denkt Pretzl an Kameras, die anzeigen, ob jemand am anderen Ende der Rolltreppe wartet.

Pretzl: "Kein Mentalitätswandel, sondern technische Lösung"

Denn der CSU-Fraktionschef ist davon überzeugt: "Die Münchner nehmen zum überwiegenden Teil sehr viel Rücksicht. Das Problem ist, dass das Ende einer Rolltreppe in der Hektik des Alltags oft schlichtweg nicht zu überblicken ist." Deshalb brauche man auch keinen Mentalitätswandel – sondern eben eine technische Lösung.

Die genannten Beispiele seien nur erste Vorschläge, sagt Pretzl zur AZ. "Gerne kann die MVG noch bessere, innovativere Lösungen für das Problem einbringen." Er findet: "Gerade eine reiche Stadt wie München sollte da vorangehen – eventuell sogar mit Pilotprojekten, die bundesweite Strahlkraft haben."

Weitestgehend Konsens im Münchner Stadtrat

Pretzl hofft, dass sein Antrag im Stadtrat viele Fürsprecher findet. "Denn dort herrscht schließlich weitgehend Konsens, den ÖPNV so attraktiv wie nur möglich zu gestalten", erklärt er. Das sei auch das erklärte Ziel seiner CSU-Fraktion. Doch zu einem attraktiven ÖPNV gehöre eben auch eine alltagstaugliche Barrierefreiheit.

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema

Lesen Sie hier: Grüne fordern kostenloses WLAN in allen Münchner S-Bahnen

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