Münchens Radwege schneiden in einem Test nur "ausreichend" ab

Bei einer ADAC-Studie schneidet die Stadt mittelmäßig ab. Was der Autoclub bemängelt - und wie das Rathaus reagiert.
| Emily Engels
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
8  Kommentare Empfehlungen
Die Münchner Radwege schneiden in einem Test nicht sonderlich gut ab. (Symbolbild)
Die Münchner Radwege schneiden in einem Test nicht sonderlich gut ab. (Symbolbild) © Tobias Hase/dpa

München - Die gute Nachricht vorweg: Der Isarradweg von der Großhesseloher bis zur Ludwigsbrücke am östlichen Isarufer ist Münchner Sieger beim ADAC-Radwegbreitetest 2020. Positiv bewerteten die Experten, dass die 7,2 Kilometer lange Route in weiten Teilen bis zu 3,70 Meter Breite aufweist und damit deutlich über dem geforderten Regelmaß liegt.

Doch jetzt zu den schlechteren Nachrichten: 18 stark frequentierte Routen mit einer Gesamtlänge von 77 Kilometern sind die ADAC-Tester in der bayerischen Landeshauptstadt abgefahren. Mit einem wenig begeisternden Ergebnis: 14 Wege erhielten das Testurteil "ausreichend", was der Einhaltung der Mindestanforderungen entspricht, drei Strecken sogar die Note "mangelhaft".

Münchner Radwege zu schmal

Grundlage für die Bewertungen waren die "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Ein wichtiger Faktor für die Bewertung: Radwege, die nur in eine Richtung befahren werden, sollten mindestens 1,60 Meter breit sein.

Schmaler als die empfohlene Regelbreite ist beispielsweise der Radweg auf der Belgradstraße zwischen Petuelring und Rümannstraße, als noch katastrophaler bewerten die ADAC-Experten den Radweg auf der Offenbach- und Meyerbeerstraße zwischen der August-Exter- und Verdistraße.

Mit nur 1,40 Metern Breite liegt das 1,3 Kilometer lange Teilstück unter dem Mindestmaß - und wurde mit dem Testurteil "mangelhaft" bewertet.

Insgesamt hat der ADAC für seine Studie 120 Routen in zehn deutschen Städten untersucht. München war dabei die größte Teststadt. Und liegt im Bundesdurchschnitt mit der Gesamtnote "ausreichend" im guten Mittelfeld.

Kritik an Pop-up-Radwegen

Was empfiehlt der ADAC nun für die Stadt? "Unsere Mobilität ist im Wandel, das zeigt sich auch am zunehmenden Fahrradverkehr in den Städten", sagt Alexander Kreipl, verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher des ADAC Südbayern.

Er betont aber auch: "Kurzfristige Maßnahmen wie Pop-up-Radwege sind hier keine nachhaltigen Lösungen, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen." Vielmehr würde es bei den Infrastrukturmaßnahmen der Zukunft durchdachter Konzepte bedürfen, "die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen", sagt Kreipl.

SPD-Stadtrat wundert Radweg-Ergebnis nicht

Er erklärt, warum breitere Radlwege wichtiger denn je seien. Kreipl: "Neben dem klassischen Fahrrad sind auch breite Lastenräder oder Anhänger und E-Scooter auf den Radwegen unterwegs."

Lesen Sie auch

Andreas Schuster, jetzt SPD-Stadtrat und ehemaliger Sprecher des Radentscheids, sagt der AZ: "Das Testergebnis hat mich ehrlich gesagt nicht erstaunt. Momentan haben wir die schlechte Note verdient."

Er setze hier ganz klar auf die Zukunft - in der Grün-Rot die Pläne des Radentscheids umsetzen möchte (AZ berichtete). Dafür will die Rathaus-Regierung in den kommenden Jahren 1,5 Milliarden Euro ausgeben.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 8  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
8 Kommentare
Artikel kommentieren