Münchens Neu-OB Krause zum Thema Verkehr und dem "Klischee von den Capuccino-Mamas"

Am Sonntag war Dominik Krause (Grüne) zu Gast beim BR-"Sonntags-Stammtisch". Dort äußerte sich Münchens Neu-OB unter anderem zu zwei Themen, die in der Landeshauptstadt regelmäßig reichlich diskutiert werden: Verkehr und Wohnen.
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Als neuer Oberbürgermeister von München wird Grünen-Politiker Dominik Krause zukünftig viel mit den Themen Verkehr und Wohnen zu tun haben. In der BR-Sendung "Sonntags-Stammtisch"  äußerte sich der designierte OB unter anderem genau dazu.
Als neuer Oberbürgermeister von München wird Grünen-Politiker Dominik Krause zukünftig viel mit den Themen Verkehr und Wohnen zu tun haben. In der BR-Sendung "Sonntags-Stammtisch" äußerte sich der designierte OB unter anderem genau dazu. © IMAGO/Dwi Anoraganingrum

München ist eine Stadt im Wachstum. Laut offiziellen Prognosen der Stadt geht man davon aus, dass die Bevölkerung bis 2045 um ungefähr 14 Prozent ansteigen werde. In knapp 20 Jahren würde die bayerische Landeshauptstadt damit 1,83 Millionen Einwohner zählen. Auf das Jahr heruntergerechnet, entspricht das einem Anstieg von etwas über 220.000 Personen pro Jahr. Das hat Auswirkungen auf zwei wesentliche Bereiche, Verkehr und Wohnen.  Genau dazu äußerte sich Dominik Krause in der BR-Sendung "Sonntags-Stammtisch" mit Hans Werner Kilz. Zum Thema Wohnen heißt es vom designierten Oberbürgermeister: "Die Stadt wird immer voller und das heißt, dass vor allem der ÖPNV hinterherziehen muss." Zudem sei eine vernünftige Verkehrsinfrastruktur für den Radverkehr dringend vonnöten. Die Klischees von Cappuccino Mamas, die mit ihren Lastenrädern unterwegs seien würden nicht stimmen, so Krause.

Dominik Krause im Video zum Thema Verkehr

Dagegen seien breite Fahrradwege für die "Cargo Bikes und Amazon, die die Pakete ausliefern" ganz zentral. Nur so sei eine schnelle Zustellung gewährleistet. Am Ende bekräftigt der zukünftige OB Krause: "Ich finde, auf allen Seiten muss man die Aufregung ein bisschen herunterfahren und gucken, dass es ein gutes Miteinander gibt."

50.000 neue Wohnungen für München

Beim Thema Wohnen in München konfrontiert Wirtschaftsexpertin und Journalistin Anja Kohl Münchens Neu-OB mit einer Frage zur Umwidmung von Gewerbeflächen in Wohnflächen. Dieser Prozess sei ihrer Meinung nach teuer und würde oft an der Bürokratie scheitern. 

Für Krause ist klar, dass auf diesem Wege viel zu schaffen sei. Mittel wie Nachverdichtung oder Aufstockungen würden viel ermöglichen. Das Paradebeispiel für Krause ist der einstöckige Supermarkt im Vorstadtbereich, wo Platz nicht effizient genutzt sei. Als Zweites kämen leerstehende Büroflächen hinzu. "1,8 Millionen Quadratmeter haben wir Leerstand. Das heißt dieses Gegeneinander, dass man dem Gewerbe etwas wegnimmt, das sehe ich gar nicht", so Krause. Am Ende sollen so nach den Vorstellungen der Grünen 50.000 neue Wohnungen in München entstehen.

Münchens Neu-OB zum Thema Wohnen 

BR-Stammgast Klaus Bogenberger, Ingenieur und TU-Hochschuldozent, wirft ein, dass sich Politiker auch daran messen lassen müssen, wenn man etwas verspricht.

"Nicht nur ich, sondern alle"

Krause erwidert, dass er glaube, dass die Bürger von Politikern auch erwarten würden, dass sie konkrete Vorstellungen formulieren. Er bekennt, "die 50.000 Wohnungen sind ambitioniert", das wolle er nicht bestreiten. Dagegen wolle er sich jetzt mit voller Kraft aufmachen, das umzusetzen. "Nicht nur ich, sondern alle", so Krause. 

Die Ausschnitte stammen aus der BR-Sendung "Der Sonntags-Stammtisch" vom 19. April. Hier können Sie die ganze Sendung in der Mediathek verfolgen

 

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  • Bayern69 vor 13 Minuten / Bewertung:

    Ich bin Radler und sehe immer mehr von diesen Rad-SUVs, die gefühlt einen Meter breit sind und meines Erachtens nicht mehr auf den Radweg gehören, sondern auf die Straße. Am Lenker fast immer Muttis, die von der schieren Masse dieser Panzer sichtlich überfordert sind. Noch dazu befinden sich darin fast nie Kinder. Weg mit diesen Monstern!

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  • tutwaszursache vor einer Minute / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Bayern69

    Radwege sind Teil des Gesamtsystems "Straße", genau wie Gehweg, Parkstreifen und die Fahrbahn (die Sie vermutlich eigentlich meinen). Und ja: wenn die Radwege zu schmal sind, um dort mit einem breiteren Lastenfahrrad oder einem Anhänger sicher fahren zu können, muss man die Fahrbahn benutzen.

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  • Gelegenheitsleserin gerade eben / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Bayern69

    @Bayern69
    "Am Lenker fast immer Muttis, die von der schieren Masse dieser Panzer sichtlich überfordert sind. Noch dazu befinden sich darin fast nie Kinder."

    Wenn da keine Kinder transportiert werden, woher wissen Sie dann, dass es sich um "Muttis" handelt?
    Im Übrigen sind Lasten(!)fahrräder nicht ausschließlich für die Beförderung von Kindern gedacht, sondern eben für Lasten wie z.B. schwerere Einkäufe. Und gelegentlich hat man auch Leerfahrten, z.B. wenn man zum(!) Einkaufen fährt - oder auch zum(!) Abholen der Kinder.
    Und damit keine Missverständnisse aufkommen: Auch ich bin Radlerin, ohne Lastenfahrrad - aber mich stören sie nicht.

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