Münchens nachhaltigstes Neubauviertel: 1500 Wohnungen für 3000 Menschen

Die ersten Holzhybrid-Wohnhäuser stehen schon, sechs-, sieben- und achtgeschossig. An einem sind die Wände aus Vollholz noch zu sehen. Bei anderen haben die Bauarbeiter schon die Dämmung aufgetragen, samt pastellgrüner oder rosa Fassadenfarbe.
226 Sozialwohnungen sind das, die schon im Frühling bezugsfertig sein werden – rund um Gemeinschaftsräume, eine Kita, ein Nachbarschaftscafé und eine Beratung zu Mülltrennung, Wasser- und Energiesparen.
Ab März ziehen die ersten Mieterinnen und Mieter ein. Aber das ist nur der erste Bauabschnitt für "Deutschlands nachhaltigstes Neubauviertel", die zwölf Hektar großen "Kirschgärten" zwischen den S-Bahnhöfen Allach und Untermenzing im Münchner Nordwesten.
Spatenstich mit OB Dominik Krause
Am Donnerstag hat der Projektentwickler Wolfgang Bogner mit seiner Eckpfeiler Immobiliengruppe zum Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt geladen, auch OB Dominik Krause (Grüne) und Stadtbaurätin Elisabeth Merk kamen vorbei.

Auf diesem Areal neben der künftigen Grundschule (an der die Stadt schon baut) zieht Bogner zwischen Elly-Staegmeyr-Straße und der Bahnlinie nach Dachau ab sofort 384 weitere Mietwohnungen hoch. Knapp 160 davon sind geförderter Wohnraum und werden an mittlere Einkommensgruppen vergeben – als sogenannte preisgedämpfte Wohnungen und im München-Modell.
Wohnungen für 3000 Menschen, auch für Studenten
Wenn bis Anfang der 2030er Jahre mal alle fünf Bauabschnitte fertig sind, werden auf dem Gesamtareal rund 1500 Wohnungen in nachhaltiger Holz- und Holzhybridbauweise für rund 3000 Menschen stehen (AZ berichtete), darunter auch ein Wohnheim für Studierende. Mittendrin ein Flanierplatz mit Geschäften und Gastronomie, drumherum ein öffentlicher Landschaftspark mit 400 neu gepflanzten Bäumen. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden sich nicht nur begrünte Gemeinschaftsdachgärten, Innenhöfe und Kursräume teilen, sondern auch Sharing-Autos, Fahr- und Lastenräder. "Denn Autos", sagt Bogner, "werden sie hier nicht wirklich dringend brauchen."

Einst ein Dampfsägewerk, dann Asphaltwüste
Dass die Kirschgärten von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) als "nachhaltigstes Neubauviertel" ausgezeichnet wurden, hängt auch damit zusammen, dass das Areal (bis in die 1950er Jahre stand hier das Dampfsägewerk Theodor Kirsch & Söhne) zuletzt als Lager- und Logistikstandort komplett versiegelt war – und künftig sehr grün werden soll.
Strom kommt von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern, geheizt wird über Grundwasserwärmepumpen. Regenwasser soll möglichst im Quartier bleiben. "Und 12.000 Tonnen Abbruchmaterial aus den alten Hallen", sagt Wolfgang Bogner, "recyceln wir vor Ort und bauen es in die neuen Häuser wieder ein."
Wann die Wohnungen aus dem zweiten Bauabschnitt fertig sein werden? Bogner: "Wir wollen, dass die Menschen im Sommer 2028 einziehen."