Münchens Christkindlmärkte zwischen Hoffen und Bangen

Was die Betreiber der Münchner Märkte zur aktuellen Situation sagen.
| Conie Morarescu
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In der Residenz werden schon die Buden aufgebaut. Am Dienstag berät der Krisenstab der Stadt darüber, ob es den Markt überhaupt geben soll.
In der Residenz werden schon die Buden aufgebaut. Am Dienstag berät der Krisenstab der Stadt darüber, ob es den Markt überhaupt geben soll. © Sven Hoppe/dpa

München - Knapp zwei Wochen vor dem Ersten Advent müssen die Veranstalter der Christkindlmärkte bangen. Ob die stattfinden dürfen - und unter welchen Voraussetzungen. Von einer FFP2-Maskenpflicht im Freien und 2G, wo Alkohol ausgeschenkt wird, ist die Rede.

Weihnachtsmarkt-Organisator: "Seit Monaten sind wir mit der Planung beschäftigt"

Wenn es die Märkte denn überhaupt geben sollte. "So kurz vor Beginn können wir unsere Weihnachtsmärkte nicht mehr absagen, wir ziehen also den Aufbau durch in der Hoffnung, dass kein Verbot ausgesprochen wird", schildert Daniel Hahn die Situation. Er organisiert den Wannda-Märchenbazar und die Märkte auf der Alten Utting und im Bahnwärter Thiel. "Seit Monaten sind wir mit der Planung beschäftigt. Bühnen, Stände und Zelte wurden aufgebaut. Unsere Künstler bereiten sich schon lange vor, um ihre Werke zu präsentieren. Unsere Veranstaltungen sind in meinen Augen unbedenklich. Die Gäste sind an der frischen Luft, wir haben uns außerdem auf dem Veranstaltungsgelände für die 2G-Plus-Regelung entschieden."

Das bedeutet: Alle Gäste, die die Veranstaltung besuchen, müssen geimpft oder genesen sein und zusätzlich noch einen negativen Schnelltest vorweisen. "Dafür entfällt die Maskenpflicht, die Kontrolle wäre mühsam und die Atmosphäre würde sehr leiden."

Schwabinger Christkindlmarkt: Absage wäre für Budenbetreiber fatal

Die Anspannung ist auch unter den übrigen Christkindlmarkt-Veranstaltern groß. In Schwabing setzt man alles daran, sich an die Pandemielage anzupassen und die neuen Auflagen gegebenenfalls erfüllen zu können. "Wir haben jetzt kurzfristig die Gastronomie-Stände so versetzt, dass wir für sie eine Zugangskontrolle einrichten können", erläutert Martin Dörfler vom Verein Schwabinger Weihnachtsmarkt.

Die Kunsthandwerker und Gastronomen stünden ohnehin schon "mit dem Rücken zur Wand", eine Absage wäre für sie fatal. "Wir organisieren als Verein alles selbst, wir haben viel Arbeit und Geld in den Aufbau des Weihnachtsmarkts gesteckt. Werbung, Strom- und Wasseranschluss, der Aufbau der Buden, das alles ist zeit- und kostenaufwendig", erklärt Dörfler. Er berichtet vom Organisieren, das auf Mutmaßungen und ständiger Unsicherheit beruht.

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Absage für Pasinger Christkindlmarkt: Standbetreiber wollen kein Risiko eingehen

Diese wollten sich die Standbetreiber des Pasinger Christkindlmarkts nicht mehr antun. Im Oktober noch hatte der Verein Pasinger Mariensäule beschlossen, dass der Markt stattfindet. "Innerhalb von zwei Wochen haben wir die Stände besetzt, das Kulturprogramm entworfen, das war ein riesiger Aufwand", erzählt die Vereinsvorsitzende Maria Osterhuber-Völkl. Am Wochenende kam dann die Absage. Die Betreiber der Stände wollten das Risiko nicht eingehen, Waren zu bestellen, auf denen sie dann möglicherweise sitzenbleiben.

Tollwood-Aufbau ist in vollem Gange

Dagegen stehen die Veranstalter des Tollwoods nach wie vor bereit. "Das Büroteam ist bereits vor Ort auf der Theresienwiese, der Aufbau ist im vollen Gange", sagte Sprecherin Christiane Stenzel der AZ. "Im Moment ist es wie ein Blick in die Glaskugel. Doch wir hoffen sehr, dass das Tollwood stattfinden kann", so Stenzel. "Wir haben viel nach draußen verlegt. Dort bieten wir ein tolles Programm ohne Eintritt an."

Wie eine 2G-Regelung für die Gastronomie auf dem Christkindlmarkt am Marienplatz aussehen soll, das kann sich Peter Bausch, der Sprecher der Standbetreiber, schwer vorstellen. "Vor allem, wenn die Lokale in der Innenstadt Glühwein to go ohne 2G-Regelung verkaufen dürfen. Dann sammeln sich dort die Menschen, das kann ja nicht Sinn der Sache sein!"

Und was sagt die Stadtverwaltung? Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) ist der Meinung, dass die Christkindlmärkte mit 2G-Regelung für die Gastronomie-Stände funktionieren. "So wie aktuell der Stand ist, halte ich es für verantwortbar, die Christkindlmärkte stattfinden zu lassen." Wie die Situation in zwei Wochen aussehe, das könne man jetzt schwer beurteilen. Klingt auch nicht wirklich überzeugt.

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