Münchens Arbeitsmarkt erlebt neuen Boom: Das sind die Top 10 der Trend-Berufe

Der deutsche Arbeitsmarkt ist nach wie vor angespannt, viele Unternehmen bauen Stellen ab. Doch es gibt auch Berufe, bei denen die Nachfrage in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Welche das sind, hat das weltweit größte berufliche soziale Netzwerk Linkedin zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 31. Juli 2025 ausgewertet – auch speziell für München.
Passend zum KI-Hype stehen an der Spitze die zwei Jobs "Leiter:in Künstliche Intelligenz" und "KI-Entwickler:in". Matthias Bergleiter von Linkedin sagt dazu der AZ: "Die Nachfrage nach Rollen rund um KI und datengetriebene Technologien ist in München überdurchschnittlich hoch und prägt das Bild des lokalen Arbeitsmarkts deutlich." Passend dazu seien auch Berufe aus Bereichen wie Informationssicherheit (Platz vier: "Direktor:in Informationssicherheit"), IT-Vermarkung (Platz fünf: "Manager:in IT-Vertrieb") und Netzwerke (Platz neun: "Netzwerkingenieur:in") besonders gefragt.
München als wichtiger Tech-Standort
Laut Bergleiter ist ein großer Faktor dabei, wie attraktiv München für internationale Technologieunternehmen ist. Konzerne wie Amazon, Apple, Google, Meta, Microsoft oder OpenAI haben Standorte in München und investieren gezielt in Zukunftstechnologien – und somit vor allem in KI und IT-Infrastruktur. Unternehmen wie Telekom und Nvidia bauen zudem neue Rechenzentren in der Stadt auf und auch viele junge, schnell wachsende Start-ups aus der Tech-Branche sind hier angesiedelt.
Flankiert wird das laut Linkedin von der "außergewöhnlich starken Forschungslandschaft": Die Technische Universität München (TUM), die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sowie die Institute der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft bringen Fachkräfte hervor und begünstigen den Transfer von der Forschung in die Praxis.

Die Menschen, die in München eine KI-Stelle antreten, waren zuvor meist Datenwissenschaftler oder Softwareingenieure mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von 2,3 ("KI-Entwickler:in") bis 4,3 Jahren ("Leiter:in Künstliche Intelligenz").
Bergleiter sagt: "Gerade in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit oder Infrastruktur geht es häufig um komplexe Aufgaben und Verantwortung, die von entsprechender Erfahrung profitieren." Homeoffice ist in rund 60 Prozent der Fälle möglich. Wie für den IT-Sektor üblich, überwiegt der Männer-Anteil, der 70 bis 80 Prozent der neu aufgenommenen Jobs ausmacht.

Top 10 der Trend-Berufe vor allem von Männern besetzt
Auf der Liste der Trend-Berufe sind jedoch auch einige vertreten, die nichts mit der Tech- oder IT-Branche zu tun haben. Auf Platz drei sind "Berufs- und Karriereberater:innen", die etwa Lebensläufe optimieren und Klienten auf Bewerbungsgespräche vorbereiten.
Der Frauenanteil liegt hier bei 64 Prozent, die durchschnittliche Berufserfahrung bei knapp fünf Jahren. Platz sechs ist der Beruf "Wartungsingenieur:in": Dabei geht es um Wartungsarbeiten an Maschinen und Anlagen, um deren Betriebssicherheit und Effizienz zu gewährleisten. Die Menschen, die in diesem Beruf neu angetreten sind, bringen im Schnitt drei Jahre Berufserfahrung mit und sind in 95 Prozent der Fälle Männer - das stellt selbst den männerlastigen Tech- und IT-Sektor in den Schatten.

Platz acht belegt der Beruf "Gebäudemanager:in". Zum Aufgabenbereich gehört, Gebäude instand zu halten und Reparaturen zu beaufsichtigen oder selbst zu erledigen. Der Geschlechteranteil ist relativ ausgeglichen (46 Prozent Frauen, 54 Prozent Männer) und die mittlere Berufserfahrung liegt bei knapp fünf Jahren.
Das Schlusslicht der Top 10 ist der Beruf "Manager:in Finanzdienstleistungen", bei dem es darum geht, Geschäftsaktivitäten in Banken, Versicherungen oder Finanztechnologie-Firmen zu steuern. Der Männeranteil liegt bei 62 Prozent. Wer eine solche Stelle angetreten hat, hat im Schnitt vier Berufsjahre auf dem Buckel.
Was bei der Liste jedoch berücksichtigt werden muss: Linkedin ist ein Netzwerk, das vor allem Fach- und Führungskräfte in Bürojobs nutzen. Praktische Berufe, etwa aus den Bereichen Handwerk, Gastronomie, Landwirtschaft und Transport, sind tendenziell weniger vertreten. Nichtsdestotrotz macht das Ranking deutlich: Der KI-Hype ist auch in München in vollem Gange.
Die Top 10 der Trend-Berufe im Überblick: