München ist deutscher Olympia-Kandidat – diese Projekte stehen an

Der Traum von Olympia geht weiter: München darf sich für Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben. München galt schon vor der Abstimmung als Favorit. Auf einer DOSB-Versammlung an diesem Samstag hat eine Mehrheit von 91 dafür gestimmt. Die Region Köln-Rhein-Ruhr erhielt 50 Stimmen. Abgestimmt haben 42 Sportverbände, das DOSB-Präsidium und persönliche Mitglieder. Insgesamt gab es 141 Stimmen zu vergeben.
"Es war ein Krimi. Wir haben ganz schön gebangt. Wir freuen uns, Olympia nach Deutschland holen zu können", erklärt Münchens OB Dominik Krause (Grüne) direkt nach der Verkündung. "Es ist was Historisches und wir wollen alles geben, damit wir am Ende gemeinschaftlich als Deutschland, als Partner für Nord, für Süd, für Ost und West, am Ende uns als ein Land präsentieren", sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Jetzt geht der Olympia-Traum weiter: Gute Stimmung in München
In München wurde nach dieser guten Nachricht gefeiert. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sagt: "Ich bin völlig überwältigt. Es steckt so viel Kraft darin. Jetzt ist ein Traum wahr geworden! Heute wird ordentlich gefeiert!"
Auch Bürgermeisterin Mona Fuchs ist zufrieden: "Meine Stimmung könnte nicht besser sein. Es ist eine ganz große Erleichterung jetzt zu sehen, dass sich unsere Anstrengung ausgezahlt hat. Und jetzt geht es mit Vollgas weiter. Jetzt müssen wir das IOC überzeugen. Wir haben ja tolle Sportstätten von 72. Auch mit der Sicherheit kann München punkten. Aber wir brauchen auch Geld für unsere Infrastruktur. Der Bundeskanzler wird sicher bald von unserem Oberbürgermeister hören."
Olympia-Traum für München geht weiter: OB Krause live zugeschaltet
OB Dominik Krause war live zur Party ins Rathaus zugeschaltet. Er erinnert daran, dass es eine große Team-Leistung war. Und sagt auch: "Aber zur Wahrheit gehört auch: Jetzt geht es erst richtig los." Denn München muss sich noch auf internationaler Bühne durchsetzten.
Was sind die nächsten Schritte? Zwischen dem Ministerpräsidenten und der Stadt, sagt Krause, sei die Verbindung schon sehr gut. "Jetzt gilt es, den Bund mit ins Boot zu holen. Aber ich glaube, dafür haben wir jetzt den nötigen Schwung, damit wir loslegen können."

Olympiapark als Herzstück
Diese Woche veröffentlichte der DOSB eine Bewertung der Olympia-Konzepte. Bei dieser lag München knapp vor NRW - mit 87,03 zu 85,02 Punkten. Über diesen nur so knappen Vorsprung von zwei Punkten zeigten sich zwar einige im Rathaus enttäuscht. Doch Grund für Optimismus gab es trotzdem. Schon bei dieser Bewertung hatten sich die Sportverbände zum Teil sehr deutlich für München ausgesprochen. Und das haben sie nun an diesem Samstag wiederholt.
München setzt in seiner Bewerbung auf sein olympisches Erbe: So wie 1972 soll der Olympiapark das Herzstück sein. Auch weitere Anlagen von ‘72 will München nutzen – wie die Ruderregatta in Oberschleißheim oder die Reitanlage in Riem. Das Rathaus wirbt deshalb mit besonders nachhaltigen Spielen.
Außerdem soll die Kulisse von München und dem Umland überzeugen: Schwimmen im Starnberger See, Reiten vor Schloss Nymphenburg, Bogenschießen vor Schloss Schleißheim. Damit haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und OB Dominik Krause (Grüne) in den vergangenen Wochen viel geworben - und dabei auch ganz bewusst Eintracht demonstriert. Jetzt zeigt sich: Diese Strategie ist aufgegangen.
Neues Olympisches Dorf soll entstehen
Trotzdem ist diese Entscheidung keine Garantie, dass Olympische Spiele tatsächlich in München stattfinden. Denn noch hat sich das IOC nicht festgelegt. Erst 2029 will es sich entscheiden, wer die Spiele 2036 ausrichten darf.

Mit den Vorbereitungen muss München trotzdem bereits jetzt beginnen. Denn die Stadt hat sich viel vorgenommen: Im Nordosten bei Daglfing soll ein neues Olympisches Dorf entstehen. Auch eine ganze Reihe von ÖPNV-Projekten sind angekündigt: der S-Bahn-Nordring, eine “Olympic Lane auf Schienen”, auf der die Athleten zum Olympiastadion kommen sollen, der viergleisige Ausbau der S-Bahn-Strecke Daglfing-Johanneskirchen, die Verlängerung der U4 zum neuen Olympiadorf und die neue U-Bahn U9, die die Stammstrecke entlasten soll.
Konkurrenz ist groß
Außerdem muss München zahlreiche Sportstätten ertüchtigen, bevor dort Olympische Spiele stattfinden können. Auf der Liste stehen die Olympia-Reitanlage in Riem, die Ruderregattastrecke in Oberschleißheim, das Grünwalder Stadion, die Olympiaschwimmhalle und das Dantebad.
Alleine kann das Münchner Rathaus, das gerade mitten in einer Finanzkrise steckt, all das nicht bezahlen. Spannend wird, inwieweit sich der Bund und der Freistaat an den Kosten beteiligen – und zwar bevor überhaupt klar ist, ob Olympia in Deutschland stattfindet. Die Konkurrenz ist groß: Auch Budapest, Istanbul, Madrid, Indien und Katar haben Olympia-Pläne, heißt es.