München: Umbau U3/U6 - Reges Treiben im U-Bahn-Tunnel

Die MVG erneuert auch die Schienen der U3/U6 zwischen Universität und Münchner Freiheit komplett. Die AZ hat nachts die aufwendigen Bauarbeiten angeschaut.
| Emily Engels
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Der große Kran kündigt sich mit einem lauten Hupen an. Gleich wird er Schienen und Schwellen aus dem Gleisbett heben — in bis zu fünf Meter langen Stücken.
Petra Schramek 9 Der große Kran kündigt sich mit einem lauten Hupen an. Gleich wird er Schienen und Schwellen aus dem Gleisbett heben — in bis zu fünf Meter langen Stücken.
Spektakulär: Der Bagger hebt ein großes Stück Schiene an— und knicktes im Anschluss einfach ab.
Petra Schramek 9 Spektakulär: Der Bagger hebt ein großes Stück Schiene an— und knicktes im Anschluss einfach ab.
Der Transport von Arbeitsmitteln läuft im U-Bahn-Tunnel auch über die Schiene.
Petra Schramek 9 Der Transport von Arbeitsmitteln läuft im U-Bahn-Tunnel auch über die Schiene.
Die alte Lok der Baureihe KÖF III transportiert unter anderem alten und neuen Schotter.
Petra Schramek 9 Die alte Lok der Baureihe KÖF III transportiert unter anderem alten und neuen Schotter.
Ein Stück neues Gleis. Der Schotter wird noch nachverdichtet.
Petra Schramek 9 Ein Stück neues Gleis. Der Schotter wird noch nachverdichtet.
Die Schienen werden unten mit einem Schweißbrenner durchtrennt.
Petra Schramek 9 Die Schienen werden unten mit einem Schweißbrenner durchtrennt.
Ein fast fertiger Gleisabschnitt Richtung Giselastraße.
Petra Schramek 9 Ein fast fertiger Gleisabschnitt Richtung Giselastraße.
AZ-Reporterin Emily Engels schautsich nachts die Arbeiten an.
Petra Schramek 9 AZ-Reporterin Emily Engels schautsich nachts die Arbeiten an.
Die Arbeiten dauern noch bis Freitag, 18. September.
SWM/MVG 9 Die Arbeiten dauern noch bis Freitag, 18. September.

München - Die Funken sprühen im dunklen Tunnel. Mit einem Schweißbrenner durchtrennen Arbeiter den unteren Teil der Schienen — jeweils mit fünf Metern Abstand. Es ist kurz vor Mitternacht, als eine Gruppe von Journalisten auf den Gleisen zwischen Münchner Freiheit und Giselastraße auf den Kran wartet, der gleich die Schienen aus dem Boden brechen wird.

Bevor man den Kran sieht, hört man ihn: Denn er kündigt sich mit einem lauten Hupen an — und kommt dann mit einer relativ schnellen Geschwindigkeit angerollt. Am Ziel angekommen, greift er das fünf Meter lange Stück Schiene samt Schwellen und hebt es aus dem Schotterboden heraus. Den noch nicht durchtrennten Teil der Schiene knickt er mit seinem kräftigen Greifer einfach um und es bricht ab — als sei das eine Leichtigkeit.

Spektakulär: Der Bagger hebt ein großes Stück Schiene an— und knicktes im Anschluss einfach ab.
Spektakulär: Der Bagger hebt ein großes Stück Schiene an— und knicktes im Anschluss einfach ab. © Petra Schramek

Arbeiten dauern noch bis 18. September

Tag und Nacht erneuert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) derzeit zwischen Münchner Freiheit und Universität die Weichen und Schienen. In zwei Schichten mit je 30 Arbeitern. Noch bis 18. September sollen die Arbeiten gehen. Die Kosten: rund zehn Millionen Euro.

Für Fahrgäste bedeutet das: Schienenersatzverkehr mit Bussen. Doch die Arbeiten an den Schienen sind dringend notwendig, erklärt Projektmanager Franz Weigert. Denn 50 Jahre alt sind die Weichen und Schienen schon. Ausgebessert wurden die Gleise und Weichen zwischendurch zwar schon. Aber Weigert vergleicht es mit einem alten Auto: "Irgendwann helfen Reparaturen da nicht mehr, da muss ein neuer Wagen her."

Deshalb nutzt die MVG die zehn Wochen seit Mitte Juli bis Mitte September dazu, den kompletten Gleisbereich auf dem Abschnitt auszutauschen.

AZ-Reporterin Emily Engels schautsich nachts die Arbeiten an.
AZ-Reporterin Emily Engels schautsich nachts die Arbeiten an. © Petra Schramek

Korte: "Wir liegen im Zeitplan"

Insgesamt werden — neben den neun Weichen — 1.700 Tonnen Schotter, 800 Meter Fahrschiene, 350 Meter Kabel und 1.500 Meter Stromschienen erneuert. Die dritte von neun Weichen ist Ende der Woche fertig. "Wir liegen im Zeitplan" verspricht MVG-Sprecher Matthias Korte.

Es geht zu Fuß weiter in Richtung Giselastraße. Hier ist ein Gleisabschnitt bereits komplett erneuert. Der neue Schotter, der von einer alten Transportlok, Baureihe KÖF III, hertransportiert wurde, ist noch ganz hell. Die Schwellen riechen nach dem Imprägniermittel, in das sie vor Einbau getränkt wurden.

Ist der Abschnitt einmal fertig, fahren hier wieder 700 Züge pro Tag — mit 180.000 Fahrgästen. Doch auch an anderen Abschnitten in der Stadt gibt es für die MVG viel zu tun: In den kommenden zehn Jahren sollen sechs Kilometer Schiene und etwa fünf Weichen pro Jahr erneuert werden.

Weichenerneuerung Münchner Freiheit: Halbzeit erreicht

Die Arbeiten dauern noch bis Freitag, 18. September.
Die Arbeiten dauern noch bis Freitag, 18. September. © SWM/MVG

Inzwischen sind fünf von zehn Wochen Bauzeit geschafft: Zwischen den U3/U6-Bahnhöfen Münchner Freiheit und Giselastraße wurden bisher vier von neun Weichen inklusive Schwellen und Schotter komplett erneuert.

Die fünfte und sechste Weiche sind derzeit in Arbeit: Über 800 Tonnen Gleisschotter wurden mittlerweile umgeschlagen. Etwa die gleiche Menge wird in den nächsten Wochen noch einmal folgen.

Mit Betriebsbeginn am Samstag, 19. September sollen die Linien U3 und U6 ihren fahrplanmäßigen Betrieb in diesem Abschnitt wieder aufnehmen.

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