München: Schlachthof-Panne beschäftigt Stadtrat

Bei einem Schlachter in München gab es eine Panne, die dazu geführt hat, dass 650 Schweine nach der Schlachtung vernichtet werden mussten. Nun landet der Fall im Stadtrat.
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München - Eine Panne am Münchner Schlachthof sorgt für Wirbel im Stadtrat. Wie die Grünen in einer Pressemitteilung berichten, mussten die Kadaver von 650 Schweinen verbrannt werden, nachdem sie unsachgemäß geschlachtet worden waren.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass zwei amtliche Veterinärmediziner bei der Schlachtung anwesend sind. Bei der Pannen-Schlachtung war aus Kapazitätsgründen zunächst nur eine amtliche Tierärztin eingeplant, die jedoch kurzfristig erkrankte. Die Schlachtung wurde dennoch durchgeführt, was dazu führte, dass das Fleisch vernichtet werden musste. Der "Münchner Merkur" hatte zuerst darüber berichtetet.

Habenschaden fordert Aufklärung

Grünen-Fraktionschefin Katrin Habenschaden ist empört: "Ein derartige Verkettung von Fehlern, an deren Ende der völlig sinnlose Tod von 650 Tieren steht, darf sich nicht wiederholen." Die Stadt habe dafür zu sorgen, dass die Schlachtvorschriften eingehalten werden können. Der Vorgang werfe ein Schlaglicht auf die ethischen Risiken der industriellen Fleischproduktion, so Habenschaden. 

Die Grünen-Fraktionschefin hat am Donnerstag einen Antrag im Stadtrat eingereicht, der bei der Aufklärung des Falls helfen soll. Die Stadträtin fragt darin, ob die städtischen Behörden nur zufällig von der Panne erfahren haben und ob sich derartige Regelverstöße häufiger ereignen können.

Kreisverwaltungsreferat nimmt Stellung

Das Kreisverwaltungsreferat äußert sich nun folgendermaßen zum Sachverhalt: "Am 10. Januar 2019 wurde am Schlachthof München der überwiegende Anteil der Schlachtschweine ohne die vorgeschriebene Schlachttieruntersuchung geschlachtet. Für die Position war an diesem Tag regulär aus Kapazitätsgründen nur eine amtliche Tierärztin eingeplant. Diese erkrankte kurzfristig und konnte deshalb nicht wie vorgesehen um 3.30 Uhr ihren Dienst antreten. (...) Eine Information über die nicht besetzte Position erfolgte nicht – auch nicht an den ab 5 Uhr anwesenden amtlichen Tierarzt im Reinbereich des Schlachtbetriebs, der für die amtliche Fleischuntersuchung eingeteilt war. Es wurde wie üblich um 4.30 Uhr mit dem Schlachtbetrieb begonnen. Das kam so noch nie vor. Bei einem vergleichbaren Ereignis am 23. März 2018, bei dem sich die amtliche Tierärztin verspätete, wartete der Schlachtbetrieb wie vorgeschrieben mit dem Schlachtbeginn bis zum Eintreffen der amtlichen Tierärztin."

Gegen 7.35 Uhr erfuhr die Leitung der Unterabteilung Fleischhygienekontrollen von der gesetzeswidrigen Schlachtung und stellte laut KVR schnellstmöglich einen Tierarzt für die amtliche Schlachttieruntersuchung zur Verfügung. So konnten ab 8 Uhr noch 46 Schweine rechtskonform für die Lebensmittelgewinnung geschlachtet werden. Insgesamt wurden an diesem Tag 699 Tiere geschlachtet.

Lesen Sie auch: Den Anwohnern stinkt's - Klo-Geruch im Schlachthofviertel

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