Radfahren in München: Diese 3 Traumrouten müssen Sie im Frühling gefahren sein
Dass München im Sommerhalbjahr durchaus auch ein Paradies für Fahrradfahrer sein kann, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Das kennt, wer einmal am Wochenende eine der beliebten Radlrouten befahren hat.
Schöne Destinationen gibt es in allen Himmelsrichtungen, und die Biergartendichte ist selbstverständlich ebenfalls hoch, damit man zwischendurch die müden Beine ausruhen und Energie tanken kann.
Um Ihnen den Wiedereinstieg ins Radlvergnügen nach den kalten Monaten möglichst leicht zu machen, haben wir hier einige Tipps gesammelt. Zum einen haben wir einen echten Radl-Profi um drei Routentipps gebeten: Der Münchner Fahrrad-Influencer Felix Kuffner (unten im Bild, „Felix testet Bikes“ auf Instagram und Youtube) kennt so ziemlich jede Münchner Route, die sich in den kommenden Monaten zu erkunden lohnt.

Neben Routentipps für ambitionierte Fahrer gibt es freilich auch Tipps für Einsteiger, die ihr Radl vielleicht einmal nicht nur fürs Einkaufen oder Pendeln zur Arbeit nutzen wollen.
Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, wird natürlich etwas schneller sein, als es hier angegeben ist.
Zum anderen finden Sie unten auf dieser Seite Tipps vom Profi, wie man sein Rad selber sicher aus dem Winterschlaf wecken kann und worauf man achten muss. Und: Wir zeigen Ihnen, wo es überall im Stadtgebiet und im Umland kostenlose Radlreparatur-Stationen gibt, falls Sie unterwegs doch mal eine Panne haben sollten. So steht dem Radvergnügen nichts mehr im Weg!
Route 1: Südwärts an der Isar entlang
Für Einsteiger eignet sich eine entspannte Runde entlang der Isar Richtung Flaucher. Start ist direkt in der Innenstadt, zum Beispiel am Isartor, und dann geht es auf breiten Schotterwegen immer nach Süden an der Isar entlang.

Die Strecke ist flach, technisch einfach und perfekt, um eine entspannte Feierabendrunde zu drehen. Besonders schön ist die Mischung aus Natur und Stadtnähe, und am Flaucher kann man wunderbar eine Pause einlegen.
Länge: 28 km, 2 Stunden Fahrzeit bei gemütlichem Tempo, Mischung aus Straße, Radweg und Feldwegen.
Route 2: Um den Starnberger See
Für fortgeschrittene Fahrer empfiehlt Felix Kuffner eine Runde zum Starnberger See, ansonsten ist sie sicher auch fürs E-Bike gut geeignet. Die Tour führt durch den Forstenrieder Park, weiter durchs Würmtal bis zum See und dann entspannt zurück Richtung München.

Hier macht man schon ein paar Höhenmeter, bekommt aber vor allem viel Abwechslung aus Wald, Schotter und Seepanorama – bei gutem Wetter sogar mit Alpenblick. Perfekt für eine längere Wochenendrunde mit Café- oder Badepause.
Länge: 110 km, 7 Stunden Fahrzeit bei moderatem Tempo, Mischung aus Straße, Radweg, Feld- und Waldwegen.
Route 3: Mangfall-Tour für sportliche Genießer
Wer es sportlicher mag (oder zwar entspannt, aber mit elektrischer Unterstützung), sollte sich die Mangfall-Region anschauen. Eine große Runde Richtung Süden bietet lange Schotterpassagen, ruhige Wege und ordentlich Kilometer für die Ausdauer.

Die Strecke ist ideal für alle, die sich auspowern wollen oder gezielt für längere Events trainieren. Besonders die Abschnitte entlang der Mangfall sind landschaftlich extrem schön und fahren sich richtig flüssig.
Länge: 120 km, 8 Stunden und 40 Minuten bei zügigem Tempo, Mischung aus Straße, Radweg, Feld- und Waldwegen sowie Singletrails.
Sie finden die drei Routen auch auf der Routenplanungs- und Navigations-App „Komoot“. Deren Basisversion ist gratis nutzbar.
So holen Sie Ihr Rad aus dem Winterschlaf
Die wenigsten sind Ganzjahresradler, aus gutem Grund. Jetzt aber, da das Wetter wieder freundlicher wird und das monatelang vernachlässigte Rad wieder aus dem Keller geholt wird, lohnt sich ein kleiner Check.
Ein jährlicher Service in der Radlwerkstatt ist zwar auf jeden Fall sinnvoll, man kann aber auch als Laie schon einmal die wichtigsten Punkte selber prüfen. Tipps dazu gibt der AZ Martin Laschewski vom Verein Freiraumviertel. Er betreut unter anderem das Projekt „Upcycling“, wo Radlschrauber immer am Donnerstagabend in einer Werkstatt von Profis begleitet an ihren Rädern schrauben können.

Als Erstes die Kette: „Das Wichtigste ist, dass du sie erst mal sauber machst, mit einem alten T-Shirt zum Beispiel“, sagt Laschewski. „Umso dicker das Material, umso besser“. Dann kommt Kettenöl drauf: „Mäßig, aber regelmäßig ist der Leitspruch. Dann immer tröpfchenweise drauf, dass es einen leichten Film gibt.“
Nun lohnt es sich, zu schauen, ob alles funktioniert: Vorderbremse und hintere Bremse (nur eine reicht nicht), das Licht, falls es an einem Dynamo angeschlossen ist. Bremsen selber zu reparieren, empfiehlt Laschewski einem Laien nicht.
Wenn aber ein Lichtkabel defekt ist, kann man das durchaus selber versuchen. An Stahl- oder Aluminiumrädern lohnt es sich auch, alle Schrauben einmal nachzuziehen. Bei moderneren Carbonrädern ist es wichtig, nur mit einem Drehmomentschlüssel zu arbeiten. (Mehr Infos unter: www. freiraum-viertel.de/projekte/upcycling)
Hier gibt es kostenlose Reparaturstationen:
Mitten auf der Tour, am Wochenende draußen in der Natur im Niemandsland: Da findet man so schnell keine Radwerkstatt. Und wenn man kein eigenes Reparaturset mit dabei hat, ist man schnell aufgeschmissen.
Die gute Nachricht: Es gibt im ganzen Stadtgebiet und auch im Umland ganz viele frei zugängliche Reparaturstationen, die rund um die Uhr und auch am Wochenende benutzbar sind. Unter fahrradpanne-muenchen.de findet man das ganze Angebot farblich sortiert auf einer übersichtlichen Karte: von einfachen Reparaturstationen mit einer Luftpumpe, über Stationen mit Pumpe und Schlauchautomat, welche mit Ersatzteilautomaten und Luftpumpen, nur Luftpumpen oder auch einfach nur Schlauchautomaten.

Die meisten einfachen Reparaturstationen mit Luftpumpen sind kostenfrei benutzbar, bei den Ersatzteil- und Schlauchautomaten kostet die Ware selbstverständlich etwas.
Auf der Karte sind laut Johannes Boos, der sie erstellt hat, alle Luftpumpen und Reparaturstationen im Stadtgebiet, im Landkreis und in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg.
Am besten, man speichert sich die Adresse der Webseite vor der nächsten Tour im Handy, dann kann (fast) nichts mehr schief gehen.

