München in Tibet in zwei Jahren: Alles zu Fuß!

Der Münchner Verkäufer Stephan Meurisch will ohne Geld von hier bis zum Dalai Lama wandern. Mit der Aktion möchte der 31-Jährige auch tibetischen Kindern helfen
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Läuft nach Nepal: Stephan Meurisch.
dapd Läuft nach Nepal: Stephan Meurisch.

MÜNCHEN Sein Rucksack ist gepackt, die Wohnung und der Job als Verkäufer sind gekündigt. Stephan Meurisch geht jetzt. Nach Tibet. Zu Fuß. Am Sonntag macht der 31-Jährige den ersten Schritt. 13000 Kilometer will er zu Fuß von München nach Tibet laufen, und das ohne einen Cent in der Tasche.
In zwei Jahren will der Globetrotter in Tibets Hauptstadt Lhasa ankommen.

Auf der Strecke erwarten den Abenteurer viele Entbehrungen. Familie und Freunde lässt er zurück. Doch Angst hat Meurisch nur davor, die Reise aus gesundheitlichen Gründen abbrechen zu müssen. Was er vermissen wird? „Schokolade.”

Täglich will er 20 bis 30 Kilometer zurücklegen. „Wenn jemand nicht weiß, was er im Urlaub machen soll, kann er mich gern einige Meter begleiten.” Die Route führt über Wien nach Budapest, durch die Türkei, Iran und Pakistan bis nach Indien.
Dort will Meurisch einen Zwischenstopp einlegen und für ein Hilfsprojekt arbeiten, bevor er seine letzte Station anläuft: Tibet. Er hofft auf einen Tee mit dem Dalai Lama.
Am meisten freut er sich auf die Türkei. Das Land ist aber zugleich eine große Herausforderung. In Istanbul gibt es nur zwei Brücken, die über den Bosporus führen. Doch die sind für Fußgänger gesperrt. Meurisch hat das türkische Konsulat kontaktiert. „Voraussichtlich darf ich mit Polizeischutz eine der Brücken zu Fuß überqueren.” Sonst müsste er die Meerenge durchschwimmen, das seien an der schmalsten Stelle immerhin 700 Meter.

Mit seiner Tour unterstützt er die Hilfsorganisation Shelter 108, die sich für schutzbedürftige Kinder aus Tibet einsetzt. Politisch äußert sich Meurisch aber nicht. „Tibet soll in die Öffentlichkeit kommen, aber die Wanderung ist keine politische Aktion.”
Den Menschen soll bewusst werden, wie frei sie sind. Aus diesem Grund zieht er ohne eigenes Geld los. „Ich will auf die Menschen angewiesen sein, weil sie die Reise zu etwas Besonderem machen.” Die Ausrüstung hat ihm sein letzter Arbeitgeber spendiert. Meurisch hat ein Smartphone, um Eindrücke und Fotos direkt ins Internet zu stellen. Über GPS können Interessierte seinen Weg verfolgen.

www.longtrailtotibet.com

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