München: Immer teurer - unbezahlbar

Die Preise für Lebensmittel, Sprit und Strom schnellen in die Höhe – und dann noch die hohen Mieten und Immobilienpreise. So sind die Preise seit 2006 gestiegen.
| A. Hund/b. Ossberger
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München - ein teures Pflaster
Schlüter/dpa München - ein teures Pflaster

München - Essen, Tanken, Miete Ausgehen: Das Leben wird immer teurer. Zu spüren bekommen das die Münchner an der Tankstelle, im Supermarkt oder im Biergarten. Zahlen belegen den Inflations-Anstieg: Im April sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit um 2,4 Prozent, in Bayern sogar um 2,5 Prozent in die Höhe geklettert. Dass München unbezahlbar ist, haben Bewohner unserer Stadt zwar schon immer geahnt – die AZ hat jetzt mit Hilfe des Statistischen Amts der Stadt nachgerechnet.

Um bis zu 43 Prozent sind Waren in München seit 2006 teurer geworden. Der größte Posten für die meisten Münchner: die Miete. Mit Kaltmieten von durchschnittlich 9,79 Euro je Quadratmeter gilt München als einer der teuersten Wohnorte. 2005 lag der Quadratmeterpreis (kalt) im Schnitt noch bei 8,72 Euro – „das ist eine reale Steigerung von mehr als 12 Prozent“, berichtet der Mieterverein München. Erstmals sind die Mieten heuer im Vergleich zu 2009 zwar leicht gesunken – laut Münchner Mietspiegel um 1,1 Prozent. Aber laut „Immowelt“ bleibt München die teuerste Stadt zum Wohnen in Deutschland, vor Frankfurt.

Auch Häuslebauer müssen tiefer in die Tasche greifen: Mit einem Durchschnittspreis von 791 646 Euro seien Eigentumswohnungen drei Mal so teuer wie im Bundesdurchschnitt. Die Preise seien seit 2010 um sieben Prozent gestiegen.

Zweiter Faktor: Energie. Heizöl wurde in den letzten zwölf Monaten 27,6 Prozent teurer. Beim Strom sind es 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr, bei Gas 3,5 Prozent, bei Benzin und Diesel 13,6 Prozent.

Zudem sind bayernweit die Lebensmittelpreise im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen. In die Höhe schossen die Kosten für Butter (plus 26,8 Prozent) und Kaffee (plus 17 Prozent). 4,1 Prozent mehr mussten die Bayern für Brot- und andere Getreideprodukte hinlegen. Fisch wurde um 3,9 Prozent teurer, Fleisch um 1,8 Prozent. Billiger wurden im Freistaat nur einigewenige Waren: Gemüse (minus 4,9 Prozent), Fernseher (minus 20 Prozent) oder Notebooks (minus 13,2 Prozent).

Der Preisanstieg summiert sich in Bayern über drei Jahre (Ende 2007 bis Ende 2010) auf satte 4,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Gehälter im Freistaat mit 6,7 Prozent zwar deutlicher an als im Rest der Republik Trotzdem heißt das: Die (München-)Inflation frisst einen Großteil des Lohn- Anstiegs auf.

 


Das FC-Bayern-Ticket

Zum Bundesligaspiel in die Allianz-Arena: Das kostete FC-Bayern-Fans 2005/2006 noch 50 Euro in der besten Sitzplatz-Kategorie. 2010/2011 waren es 70 Euro. Macht ein Plus von 40 Prozent. Die Jahreskarte kostete früher übrigens 600 Euro, heuer 650 Euro.

 


Salat, Radieschen, Tomaten

Beim Gemüse können Hausfrauen und -männer jetzt sogar Geld sparen. Der Kopfsalat zum Beispiel ist mit 1,05 Euro wesentlich günstiger als noch vor fünf Jahren (1,25 Euro), das ergibt ein Minus von 16 Prozent. 2010 kostete ein Kopfsalat sogar noch 1,56 Euro.

 


Einmal Haareschneiden

Beim Friseur zahlen die Herrschaften mit heuer 20,77 Euro fast das gleiche wie 2006 (20,69 Euro). Die Münchnerinnen bezahlen mit aktuell 35,27 Euro ein wenig mehr als damals, vor fünf Jahren kostete Haareschneiden für sie 34,38 Euro (plus 2,6 Prozent).

 


Latte Macchiato im Tambosi

Latte Macchiato schlürfen kostete in bester Lage wie im Tambosi am Hofgarten vor fünf Jahren noch 2,80 Euro. Längere Zeit wurde der Preis nicht erhöht, heißt es dort. Heuer sind es 3,80 Euro.


Die Kugel Eis im Sarcletti

Einen Euro je Kugel haben diese Mädels in ihrem Lieblingscafé Sarcletti fürs Eisschlecken bezahlt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr kostete die Kugel noch 90 Cent. Vor fünf Jahren haben die Münchner dort noch 70 Cent bezahlt. Ein Plus von 43 Prozent.

 


Schumann’s Cocktail

Egal, ob in der gemütlichen Eckkneipe oder in der angesagten Tagesbar – überall steigen die Getränkepreise. Im „Schumann’s“ etwa haben die Gäste für einen Wodka Lemon vor fünf bis sechs Jahren 8,50 Euro bezahlt. Nun sind es 9,50 Euro. Plus 12 Prozent.

 


Ausflug in den Tierpark

Im Tierpark Hellabrunn bezahlen Erwachsene seit August 2010 elf Euro, im Jahr 2000 waren es noch 12 DM. Die letzte Erhöhung war 2004 (9 Euro) – von diesem Zeitpunkt bis heute also ein Plus von 22 Prozent. Die Kinder bezahlen aktuell übrigens 4,50 Euro.

 


Im Bad plantschen

Ein Schwimmbadbesuch kostet laut dem Statistischem Amt in München heuer im Schnitt 3,80 Euro. 2006 lag der Eintrittspreis noch bei 3,20 Euro – eine Steigerung von 19 Prozent. Die Kino- Eintrittspreise stiegen gleichzeitig um 5,7 Prozent auf heuer 7,99 Euro.

 


Nur Semmeln statt Brezn?

Für eine Semmel beim Bäcker zahlen die Münchner im Schnitt 22 Cent. Vor fünf Jahren waren es 26 Cent, das sind 15 Prozent weniger. Die beliebtere Brezn aber wurde teurer: Bei „Wimmer“ etwa kostet sie 53 Cent, 2006 waren es 45 Cent. Plus: 17,7 Prozent.

 


Ein Helles, bitte!

Helles (0,5 Liter) kostete 2006 im Supermarkt 74 Cent, heuer 84 – 13,5 Prozent mehr. Im Hirschgarten kostete die Maß damals 5,50 Euro, nun 6,30 Euro. Plus: 14,5 Prozent. Wiesn-Maß-Preis 2006: 7,42 Euro. Nun sind bis zu 9,40 Euro angedacht. Plus 26 Prozent.

 


Neues, altes Lieblingsdirndl

Dirndl-Trägerinnen kommen vergleichsweise gut weg. Vereinzelt machen sich die gestiegenen Baumwollpreise bemerkbar, heißt es bei „Lodenfrey“, wo das offizielle Wiesn-Dirndl immer gleich viel koste (299 Euro). Pauschal teurer würden Dirndl aber nicht.

 


Tanken, kochen, wärmen

Ein Wucher: Der Durchschnittspreis je Liter Diesel im April: 1,463 Euro (2006: 1,140 Euro, Plus: 28 Prozent). 200 Kilowattstunden Stromkosteten 51,43 Euro (2006: 42,07 Euro, Plus: 22 Prozent) und Heizöl 88,03 Euro (2006: 64,41 Euro. Plus: 37 Prozent).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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