München im Touristenrausch: Bilder aus einer anderen Perspektive

Erbarmen, oder lass mich mit ihnen ziehn, singt Reinhard Mey in seinem Lied "Musikanten sind in der Stadt." Bei uns sind’s gerade die Touristen, und es ist derzeit schwierig, München zu fotografieren, ohne Trauben von Menschen im Bild zu haben. "Dann ziehe ich halt mit ihnen", dachte ich mir...
München aus touristischer Sicht
Es ist ganz interessant, die Stadt aus den Augen der Touristen zu sehen, sich für Sachen begeistern, die für uns vollkommen normal sind. Menschen, die glücklich mit einer Leberkassemmel an der Ecke stehen, im viel besungenen Hofbräuhaus die obligatorische Maß trinken, durch die Maximilianstraße bummeln, staunend in die Schaufenster spähen, die Autos davor bewundern, die Straßencafés bevölkern, die Fußgängerzone erobern und froh sind, in deren Mitte ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen zu finden.
Typisch bayerische Erlebnisse
Die in einer bundesweiten Kaufhauskette ihre typisch bayerische Bluse erstehen, die aktuell in Hamburg schon um 50 Prozent reduziert ist und zu Hause immer erzählen können, "die haben wir in München gekauft. Ganz typisch für die Gegend. Das letzte Stück, hat der Verkäufer gesagt, so ein Angebot wird’s nie wieder geben." Danach zum Viktualienmarkt und die vielen guten Sachen probieren. Natürlich ist hier immer viel los, die Münchner zieht’s ja auch hierhin, sie wissen, was gut ist.
Erfrischung am Stachus
Vor zum Stachus. Wow, Wasserfontänen, dass es einen fast wegspült und natürlich muss man auch mal durchlaufen, weiß man spätestens seit den Spider Murphys aus "Sommer in der Stadt." Da waren allerdings die Wasserfontänen noch gut doppelt so hoch und je nach Windrichtung stand man immer im Sprühnebel.
Ein Tagesabschluss in München
Später noch auf einen "Coffee to go" am Wasserpilzbrunnen gesessen und gedacht, "ist das eine tolle Stadt." Und recht habt ihr alle, die ihr im Moment durch München strömt. Es ist eine tolle Stadt und wenn wir ganz ehrlich sind, sind wir doch außerhalb Münchens, da wo wir hinfahren, auch immer die Touristen. Schließlich haben wir die weißen Tennissocken in Sandalen erfunden. Das lassen wir uns nicht nehmen. Erbarmen, oder, um noch mal mit Reinhard Mey zu sprechen, lasst mich mit ihnen ziehn. Die Herumzieherei hat mir übrigens viel Spaß gemacht!
In diesem Sinne eine schöne Woche
Ihr Sigi Müller