München in der Gluthitze: Obdachlose kämpfen ums Überleben
Teils über 40 Grad in der Sonne: Die große Hitze beschäftigt derzeit alle in der Stadt, auch wenn am Sonntag Abkühlung durch Regen angesagt ist. Und zwar auch Menschen in München, die man leider allzu oft vergisst.
Tobias Marx (37) ist der Leiter des Caritas Begegnungszentrums D3 in der Nähe des Hauptbahnhofs, Dachauer Straße 3. Hier suchen vor allem obdachlose Münchner Schutz und Versorgung. Tagesaufenthalt, nennt es Marx. Und sie haben ihre eigenen Sorgen.
Einmal pro Woche muss der Rettungsdienst gerufen werden
Hier wird Kaffee, Tee oder auch einfach Wasser ausgeschenkt. Zurzeit natürlich besonders viel Wasser, sagt Marx. Unter den Wohnungslosen sind viele Senioren, die bei der Hitze besonders leiden. "Einmal pro Woche rufen wir in der Regel den Rettungsdienst, weil jemand kollabiert", sagt Marx.

Marx ruft zu einer besonderen Spende auf. "Wer helfen will und Baseballcaps oder andere Sommermützen aussortiert hat, darf sie gerne an uns weitergeben", sagt Marx. Das sei die unkomplizierteste und vielleicht direkteste Methode, den Klienten hier zu helfen.
Aus Parks werden vor allem alkoholabhängige Wohnungslose vertrieben
Denn zur Wahrheit gehöre auch, dass die Menschen, die tagsüber in D3 verschnaufen können, später aus dem Park vertrieben werden. Einige sind alkoholabhängig. "Früher gingen viele in den Botanischen Garten. Aber dort herrscht ja inzwischen Alkoholverbot", sagt Marx.

Auch aus anderen Parks vertreibe unter anderem der Kommunale Außendienst seine Klienten häufig, so berichten es diese. Das habe zur Folge, dass sie der prallen Sonne ausgesetzt sind", sagt Marx. Umso wichtiger sei, dass sie zumindest am Kopf Sonnenschutz haben. 15 hauptamtliche und elf ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich an der Dachauer Straße 3 um die Wohnungslosen.
Bis zu 250 Münchner suchen hier täglich Schutz
Marx hat das Gefühl, dass die Zahl seiner Klienten steige. "Früher ist der Zulauf im Sommer deutlich abgeflacht", sagt er, "aber in den letzten zwei Jahren blieb die Zahl der Menschen über das ganze Jahr fast gleich."
Einigen wenigen sei es vergönnt, mit einer Dusche sich zu erfrischen. Bis zu 250 Menschen pro Tag suchen hier Schutz. Aber nur acht können täglich die Dusche nutzen. "Der Boiler ist leider recht klein, daher müssen wir sehr viele Dusch-Anfragen ablehnen", sagt Marx.
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