München: Grüner Abbiege-Pfeil - Test startet

An der roten Ampel rechts abbiegen? Das können Radler in München ab dem 12. Februar zur Probe. An neun Standorten werden insgesamt 15 Schilder mit dem grünen Pfeil angebracht.
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Fahrradschilder mit dem grünem Pfeil für Radler im Test - in München an neun Standorten.
Wackerbauer/bast.de (AZ-Montage) Fahrradschilder mit dem grünem Pfeil für Radler im Test - in München an neun Standorten.

München - Trotz roter Ampel an geeigneten Kreuzungen rechts abbiegen – das können Fahrradfahrer in München ab Februar zumindest probeweise.

Denn die Stadt München beteiligt sich an einem bundesweiten Pilotversuch in neun deutschen Großstädten, bei dem eigens neue Schilder mit grünen Abbiege-Pfeilen speziell für Fahrradfahrer an ausgewählten Kreuzungen getestet werden.

Grüne Pfeile für Radler – Testphase bis Ende 2019

Das neue Verkehrszeichen solle Radlern "das vorsichtige Rechtsabbiegen" künftig auch erlauben, wenn die Ampel auf Rot stehe, teilte das KVR auf AZ-Anfrage mit.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) habe die Münchner Initiative aufgegriffen – und starte jetzt den bundesweiten Pilotversuch zum "Grünen Pfeil für Radler". München wird dabei - neben Hamburg, Leipzig und Köln -  als eine der ersten Städte den Einsatz des neuen Verkehrszeichens testen. 

15 Grünpfeilschilder in München

Für den Pilotversuch sind dem KVR zufolge neun Kreuzungen in München vorgesehen, darunter die Kreuzungen Lindwurmstraße/Zenettistraße, Dachauer Straße/Gröbenzeller Straße und Einsteinstraße/Seerieder Straße – insgesamt werden an den verschiedenen Spots 15 neue Grünpfeilschilder für Radfahrer montiert.

Das Pilotprojekt gehe auf Initiative ihrer Fraktion aus dem April 2015 zurück, teilte SPD-Stadträtin Bettina Messinger mit. Folgende Teststandorte seien in Abstimmung mit dem KVR ausgewählt worden, heißt es in der Mitteilung.

• Kapuziner- / Thalkirchner Straße (ein Schild)
• Lindwurm- / Zenettistraße (ein Schild)
• Kapuziner- / Pestalozzistraße (ein Schild)
• Dachauer- / Gröbenzeller Straße (ein Schild)
• Denninger- / Friedrich-Eckert-Straße (zwei Schilder)
• Plinganser- / Lindenschmitstraße (ein Schild)
• Impler- / Oberländerstraße (ein Schild)
• Einstein- / Seerieder Straße (drei Schilder)
• Ehrwalder- / Garmischer Straße (vier Schilder)

Messinger betont: "Wir haben diesen Test beantragt, weil der Pfeil viele Vorteile bringen könnte: Natürlich kommt man mit dem Radl schneller voran, der Radverkehr wird attraktiver. Der Verkehr dürfte dadurch aber auch insgesamt entzerrt werden, was Kreuzungen sicherer macht. Und auch Autofahrer könnten beim Rechtsabbiegen profitieren, weil ein Teil der Radfahrenden bereits rechts abgebogen ist und die Lage übersichtlicher wird. Wie überall müsse man im Verkehr Rücksicht nehmen. "Der Abbiegepfeil ist keine Lizenz zum achtlosen Abbiegen - Fußgängerinnen und Fußgänger haben natürlich Vorrang." 

Grünen-Stadtrat: Nicht testen, sondern einführen!

Die Grünen im Stadtrat begrüßen das Pilotprojekt. Allerdings, so ihr Verkehrsexperte Paul Bickelbacher, sei der Pfeil an sich kein neues Thema, sondern sei schon seit drei Jahren in der Diskussion. "Es ist eine sinnvolle Sache, aber man hätte das schon jetzt getestet haben und bundesweit einführen können." Erfahrungswerte, auch aus anderen Ländern, gebe es bereits zuhauf. Er hat keine Sorge, dass Radler durch den neuen Pfeil dazu motiviert werden könnten, wie Rambos querende Fußgänger zu überfahren: "Beim Auto gibt es beim grünen Pfeil durchaus auch Gefahren. Aber als Radfahrer hat man einen besseren Rundumblick. Man ist auch näher an den Fußgängern dran."

Freilich, es könnte sinnvoll sein, das Abbiegeschild mit einem Appell für die Radler zu versehen. Nach dem Motto: Nicht einfach durchrasen, sondern auch auf andere achten.


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