München: Fraunhofer-Wirt will Freischank auf Radlweg

Ein Schanigarten vor dem Wirtshaus: Dafür soll Tempo 30 eingeführt werden. Die CSU findet’s gut – und stellt einen Antrag im Stadtrat.
| Victoria Kunzmann
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Josef Bachmaier wünscht sich Freischankfläche vor seinem "Fraunhofer".
Daniel von Loeper Josef Bachmaier wünscht sich Freischankfläche vor seinem "Fraunhofer".

München - Die Münchner wollen ins Freie, das liegt bekanntlich nicht nur an der warmen Jahreszeit, sondern auch am Coronavirus. Die Biergärten sind voll, die Wirtshäuser haben es da etwas schwerer. Besonders diejenigen, die keinen Platz für eine Freischankfläche vor dem Laden haben – jene etwa an der Fraunhoferstraße.

Josef Bachmaier von der Gaststätte Fraunhofer fordert gleiches Recht für alle Gastrobetriebe – und deshalb eine Freischankfläche vor seiner Wirtschaft. Doch auf dieser Fläche ist der rote Radlstreifen aufgezeichnet.

Die Testphase für die Radlstreifen endet gerade

"Die Leute wollen jetzt raus", sagt er und konnte ein paar zusätzliche Tische vor dem Friseursalon und dem Second-Hand-Laden nebenan aufstellen. Das reicht ihm noch nicht. Ohnehin sei die Situation "sehr unglücklich, wir haben alle mit Corona zu kämpfen." Dass aber manche Kneipen die sogenannten Schanigärten aufmachen dürfen und andere, wie er, nicht, versteht er nicht. Sein Lösungsvorschlag: "Man müsste die Fraunhoferstraße auf 30 Kilometer pro Stunde runterfahren." So entschleunige man den Verkehr, und Auto- und Radlfahrer würden mehr Rücksicht aufeinander nehmen.

Seit einem Jahr gibt es die roten Radlstreifen in der Fraunhoferstraße, der Frust der Betriebe und Gastronomen ist seitdem groß. Anlieferungen sind nicht mehr erlaubt, viele Wirte lassen trotzdem kurz vor der Tür parken – die Alternative fehlt. Die Anwohner beklagen den Lärm, immerhin können Autofahrer mit Tempo 50 oder noch schneller durch die Straße zu düsen. Die einjährige Testphase endet jetzt. Doch der Stadtrat hat noch nicht entschieden, wie es weitergeht.

CSU stellt einen Antrag im Stadtrat

Freischankflächen wären für die Wirte ein kleiner Trost. "Wer weiß, vielleicht müssen wir im Herbst sowieso alle wieder zusperren", sagt Bachmaier. Das Coronavirus mache Planungen ja unmöglich.

Die CSU findet Gefallen am Vorschlag des Fraunhofer-Wirts und stellt am Montag einen Antrag im Stadtrat. In ihm heißt es: "Gegen die Ungleichbehandlung der Fraunhoferstraße nach der einjährigen Testphase der Radlstreifen soll "im Gärtnerplatzviertel ein weiteres schönes Angebot für die Münchnerinnen und Münchner geschaffen werden".

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