Vier Jahre lang unbemerkt: Millionen-Betrug bei Münchner Traditionsfirma

Ein 58-Jähriger und zwei Komplizen erleichtern das Traditionshaus um Millionen von Euro. Eine anonyme E-Mail stieß die Ermittlungen an.
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Das Dallmayr-Stammhaus in der Dienerstraße (Archivbild)
Das Dallmayr-Stammhaus in der Dienerstraße (Archivbild) © Matthias Balk

Der angerichtete Schaden ist enorm, die Dauer des Verfahrens aber auch. Ein ehemaliger führender Mitarbeiter der Alois-Dallmayr-Kaffee OHG hat laut Anklage von 2010 bis 2014 mithilfe zweier externer Komplizen mit Scheinrechnungen für nicht erbrachte Leistungen seinen Arbeitgeber um knapp 2,3 Millionen Euro geprellt. Doch die Taten liegen bereits zehn bis 14 Jahre zurück.

Untreue und Beihilfe zur Untreue

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 58-jährigen Initiator der Betrügereien Untreue in 80 Fällen, seinen beiden Komplizen (57, 65) jeweils Beihilfe zur Untreue vor. Der Dallmayr-Mitarbeiter war dazu befugt, in seinem Geschäftsbereich, der IT, selbstständig Aufträge zu vergeben und anfallende Rechnungen zur Zahlung freizugeben.

Das nutzte der Mann aus, um immer wieder Geld abzuzweigen, beziehungsweise auf die Konten seiner Komplizen zu überweisen. Die behielten einen Teil und zahlten ihm den Rest in bar oder als Überweisung aus.

Anonyme E-Mail bringt die Ermittler auf die Spur

Das ging vier Jahre gut, eine anonyme E-Mail stieß dann aber doch Ermittlungen an, die dann die Machenschaften aufdeckte. Alle drei Männer sind geständig.

Der 58-jährige Drahtzieher soll mit dem Geld einen luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Das Gericht weiß von einem Boot, fünf Autos, Immobilien und teuren Armbanduhren „Ich kann mit Geld nicht umgehen“, erklärt der Mann.

Er wirkt erleichtert, dass das Verfahren sich seinem Ende zuneigt. Die Belastung sei in den vergangenen Jahren enorm gewesen, sagt er, jeden Tag habe er daran denken müssen. Er entschuldigt sich: „Es tut mir sehr, sehr leid.“
Ein Urteil könnte Anfang März verkündet werden.

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19 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Radl Rainer am 28.02.2026 00:20 Uhr / Bewertung:

    Der Fall ist sicher exemplarisch für die IT-Inkompetenz im Deutschen Mittelstand. Ich bin selbst seit über 25 Jahren in der IT, habe für internationale Größen, die jeder kennt, gearbeitet. Der Unterschied zu "Mittelstand" ist unbeschreiblich. Die Inhaberfamilien und deren Geschäftsführer sind komplett auf wertlose Zeugnisse und "heiße Luft" angewiesen, können nicht beurteilen, wer etwas kann und wert nicht. Dann fällt man auf Blender und Betrüger rein.

    Mir ist das egal, weil diese Art von Unternehmen auch sehr schlecht bezahlen. Insofern…

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  • Wendeltreppe am 28.02.2026 20:12 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Radl Rainer

    Deswegen fahren Sie wohl Lastenrad..

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  • brauxtnix am 25.02.2026 11:14 Uhr / Bewertung:

    Deswegen kosten 1 Pfund Kaffee bei Dallmayer jetzt 15 Euro

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