München: Erneut Ärger mit Maskenmuffeln

Die Bereitschaft, im Öffentlichen Nahverkehr Mund-Nasenschutz zu tragen, sinkt. Kontrollen werden verstärkt. Bei Verstößen drohen 150 Euro Bußgeld.
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Die Bundespolizei ermittelt gegen mehrere Personen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht. (Symbolbild)
Bundespolizei Die Bundespolizei ermittelt gegen mehrere Personen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht. (Symbolbild)

München - Bei manchen Menschen baumelt die Maske lässig am Ohr, andere tragen sie am Kinn oder sind ganz ohne Mund-Nasenschutz in Bussen und Bahnen unterwegs. Immer öfter kommt es deshalb zum Streit.

Am Ostbahnhof griff am Mittwoch ein 20-Jähriger eine Streife der Bundespolizei an. Der Feldkirchner war ohne Maske unterwegs. Als ihn die Beamten ansprachen, reagierte der Mann aggressiv und zog sich widerwillig den Kragen seines T-Shirts über Mund und Nase. Anschließend wollte der gebürtige Münchner gehen, als ihn die Polizisten aufhielten, beschimpfte er die Beamten als Rassisten und schubste einen von ihnen gegen die Wand. Der 20-Jährige wurde gefesselt und zur Wache gebracht.

Handgreiflichkeiten von und gegen Maskenverweiger

Im Zug von Freising nach München ging eine 31-Jährige einem Maskenmuffel im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen. Der 40-Jährige saß am Montag ohne Maske im Abteil. Als er dachte, die Frau würde ihn fotografieren, griff er nach deren Handy und beschädigte es. Als er sich davonmachen wollte, packte ihn die Frau am Kragen. Er wurde im Hauptbahnhof von der Bundespolizei festgenommen und angezeigt.

Um ohne Maske mit dem Zug fahren zu können, lud sich ein 37-Jähriger aus Germering ein Attest eines Urologen aus dem Internet herunter. Als er sich damit bei einer Kontrolle im Hauptbahnhof aus der Affäre winden wollte, hatte er Pech und musste Strafe zahlen. "Derartige Atteste sind ungültig und befreien nicht von der Pflicht eine Mund-Nasen-Bedeckung in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen", betont Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei am Hauptbahnhof.

"Die Disziplin hat ein Stück weit nachgelassen", sagt Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsbetriebe. Bei Verstößen werden in München wie auch im übrigen Freistaat 150 Euro Bußgeld fällig. Bundespolizei, Mitarbeiter der DB-Sicherheit und das Personal in Zügen, Bahnen und Bussen kontrollieren verstärkt.

Anzeigen in bisher 268 Fällen

Zeigt sich ein Maskenmuffel völlig uneinsichtig, oder reagiert er oder sie bei Kontrollen aggressiv, darf der Zugführer die Person auffordern, an der nächsten Haltestelle auszusteigen. Dasselbe gilt übrigens auch für Straßenbahnen und Busse. "Neun von zehn Fahrgästen haben Masken dabei und tragen sie auch korrekt", sagt Matthias Korte.

In 268 Fällen gab es eine Anzeige, 167 bekamen ein Bußgeld aufgebrummt, weil er oder sie in München in Bus oder Bahn keine Maske tragen wollte, so die neuesten Zahlen des Kreisverwaltungsreferats. Praktisch jeder angezeigte Fall werde geahndet, so das KVR.

Die Maskenpflicht gilt übrigens nicht nur in Zügen, Bahnen und Bussen, sondern auch an Haltestellen, am Bahnsteig und in Bahnhöfen müssen Mund und Nase bedeckt sein. "Hier ist die Bereitschaft, eine Maske zu tragen deutlich geringer", sagt Matthias Korte.

Lesen Sie auch: Münchner verpfeift seinen Liebhaber bei der Polizei

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