München: E-Scooter-Verleiher will kein erneutes oBike-Debakel

Lime ist der größte E-Scooter-Verleiher weltweit. In der AZ spricht Josefin Graebe, die Strategie-Chefin des Unternehmens, über den Münchner Markt.
| Interview: Paul Nöllke
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Josefin Graebe im Gespräch mit AZ-Reporter Paul Nöllke.
Daniel von Loeper Josefin Graebe im Gespräch mit AZ-Reporter Paul Nöllke.

München - Seit knapp zwei Wochen sind E-Scooter in München legal. Einer der größten Verleiher für die Elektroroller ist auch schon hier vertreten, das amerikanische Start-up Lime.

Im AZ-Interview erzählt Josefin Graebe, Strategie-Chefin, von den Herausforderungen, den Zukunftsplänen und was an München für die Marke so besonders ist.

AZ: Frau Graebe, in 37 Städten und 16 europäischen Ländern verleiht Lime bereits Elektroroller. Seit letzter Woche gibt es sie auch in München. Was ist hier anders?
JOSEFIN GRAEBE: In München gibt es schon eine große Bereitschaft, alternative Beförderungsmittel auszuprobieren. In den ersten Tagen wurde unser Angebot hier wirklich ausgesprochen gut angenommen. Auch die Stadt teilt unsere Ambition, den nachhaltigen Verkehr zu stärken. Dazu zählen Fahrräder, der öffentliche Nahverkehr, und natürlich auch unsere Elektroroller. Prinzipiell sind die Radwege in der Stadt gut ausgebaut und man kann lange am Stück fahren. In München gibt es außerdem schon viele andere Sharingkonzepte, die gut angenommen wurden.

Graebe: "Sicherheit ist unsere oberste Priorität"

Beim Thema E-Scooter denken viele auch an das Thema Sicherheit. Welche Vorkehrungen trifft Lime, um die Fahrt mit dem Roller sicher zu gestalten?
Sicherheit ist unsere oberste Priorität. Eine Studie hat ergeben, dass bei der ersten Fahrt am meisten passieren kann. Deswegen veranstalten wir Events, auf denen Leute die Elektroroller mal langsam ausprobieren können. Dazu verteilen wir auch Helme an alle Teilnehmer. Gestern erst hatten wir so eine Veranstaltung in Berlin.

Wie wird das Alter der Fahrer überprüft?
Wenn man sich anmeldet, muss man sich unsere App herunterladen und dort bestätigen, dass man über 18 Jahre alt ist.

Josefin Graebe im Gespräch mit AZ-Reporter Paul Nöllke.
Josefin Graebe im Gespräch mit AZ-Reporter Paul Nöllke. © Daniel von Loeper

Graebe: Fokus auf Pflege und Wartung

In München hat man ja schon einmal schlechte Erfahrungen mit defekten Leihfahrrädern gemacht, die oft Gehwege und Parks verstellten. Was macht Lime, um ähnliches mit den E-Scootern zu verhindern?
Wir arbeiten sehr eng mit der Stadt zusammen, damit so etwas nicht passiert. Die Anzahl der Roller passen wir immer an die aktuelle Nachfrage an. Wenn weniger Roller gebraucht werden, sind auch weniger Roller auf der Straße. Wir zeigen unseren Nutzern auch, wie man die Fahrzeuge richtig parkt. An bestimmten Stellen kann man den Roller in München gar nicht parken, das sieht man dann in der App. Wir geben uns große Mühe, unsere Roller zu pflegen und zu warten.

Was plant Lime für die Zukunft in München?
Wir hoffen, unser Angebot weiter auszubauen. Wir wollen das Leben in Städten lebenswerter machen und eine Alternative zu Autofahrten bieten. Unsere Roller sind nachhaltiger und im Verkehr ist man mit dem Roller oftmals sogar schneller am Ziel als mit dem Auto. Wenn man im dichten Verkehr mit dem Auto im Schnitt 10 km/h fährt, ist man mit unserem Roller doppelt so schnell. In der nahen Zukunft werden wir sehen, wo besonderer Bedarf ist und dort unser Angebot angleichen.

 

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