München: Das ist der geheimste Baucontainer der Stadt

Direkt neben dem Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße steht seit fünf Jahren ein Baucontainer. Gebaut aber wird hier gar nichts. Die AZ deckt auf, was der eigentliche Zweck des Containers ist.
| Lukas Schauer
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Warnbaken und Graffiti - sieht aus wie jeder andere Baucontainer auch.
ls 2 Warnbaken und Graffiti - sieht aus wie jeder andere Baucontainer auch.
Ein kleines Schild auf dem Stromverteiler verrät, wer der Hausherr ist.
ls 2 Ein kleines Schild auf dem Stromverteiler verrät, wer der Hausherr ist.

München - Gebaut wird in München ja viel. Fast kein Viertel, in dem nicht gebuddelt wird. Da fällt ein Baucontainer eigentlich gar nicht mehr auf. So wie der, der seit fünf Jahren direkt neben dem Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße steht.

In unscheinbarem Grau, mit weiß-roten Warnbaken und Absperrungen außenrum. Doch gebaut wird hier gar nicht, sondern nur so getan als ob. Der Container dient nämlich einem ganz anderen Zweck: Er ist ein getarntes Studio des Bayerischen Rundfunks (BR), das eigens und nur für den NSU-Prozess im Jahr 2013 dort installiert wurde. Das bestätigte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) der AZ auf Nachfrage.

Warnbaken und Graffiti - sieht aus wie jeder andere Baucontainer auch.
Warnbaken und Graffiti - sieht aus wie jeder andere Baucontainer auch. © ls

Halteverbot für das Studio wird seit fünf Jahren immer wieder verlängert

Das KVR hat auch extra ein Halteverbot eingerichtet, denn der Container steht auf der Straße und damit auf öffentlichem Grund. Ungefähr dreieinhalb Parkplatzlängen wurden dafür abgetrennt. Und: Das Halteverbot wird seit fünf Jahren immer wieder verlängert. Zuletzt im März diesen Jahres, gültig bis Ende Juni. Da noch bis ins Jahr 2019 hinein Termine im NSU-Prozess angesetzt sind, "ist mit einem Antrag auf Verlängerung der Genehmigung zu rechnen", heißt es. Unwahrscheinlich, dass dem nicht stattgegeben wird.

Ein kleines Schild auf dem Stromverteiler verrät, wer der Hausherr ist.
Ein kleines Schild auf dem Stromverteiler verrät, wer der Hausherr ist. © ls

Der BR will sich nicht äußern

Was das alles kostet? Was in dem Container-Studio passiert, wenn keine NSU-Sitzungstage sind? Warum diese Tarnung sein muss? Dazu und zur Frage, warum die Beiträge nicht im nur wenige hundert Meter entfernten Haupt-Funkhaus produziert werden können, wollte sich der BR trotz mehrmaliger Anfragen dieser Zeitung nicht öffentlich äußern.

Aber immerhin, eine Sache eint das Container-Studio dann doch mit jedem anderen normalen Baucontainer in München: Seine Wände sind mit Schmierereien und Sprüchen versehen. Und Hunde bieseln dagegen - selbst wenn innen gesendet wird.

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