Notbremse aus Leichtsinn: Reisender legt Regionalzug bei München lahm

Weil er seinen E-Scooter und einen Koffer am Münchner Hauptbahnhof vergessen hatte, zog ein angetrunkener 29-jähriger Italiener im Regionalexpress die Notbremse. Der Zug stoppte mitten auf der Strecke, verspätete sich fast eine Stunde – nun ermittelt die Bundespolizei.
Hüseyin Ince
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Wenige Minuten, nachdem der Regionalexpress den Hauptbahhof verließ, zog der angetrunkene Mann die Notbremse.
Wenige Minuten, nachdem der Regionalexpress den Hauptbahhof verließ, zog der angetrunkene Mann die Notbremse. © IMAGO/Ardan FUESSMANN

Am Samstagmorgen (11. Juli) ist pünktlich kurz vor acht Uhr der Regionalexpress RE2 am Hauptbahnhof in Richtung Landshut losgefahren. Die Fahrt verlief unauffällig, bis die Uhr etwa 8 Uhr anzeigte.

Zu diesem Zeitpunkt rollte der Regionalexpress bereits Richtung Bahnhof Moosach. Plötzlich zog jemand die Notbremse. Ruckartig setzten die Bremsbacken an den Rädern ein. Die Fahrgäste wunderten sich, was denn passiert sein könnte. Ein medizinischer Notfall, ein Streich oder eine polizeiliche Maßnahme etwa?

Ruckartig hält der Zug mitten auf der Strecke

Nichts davon traf zu. Es war ein 29-jähriger Italiener, wie sich bald herausstellte. Der Zug hielt mitten auf der Strecke. Und der 29-Jährige machte sich beim Zugpersonal bemerkbar. Das hatte bereits die Bundespolizei gerufen.

Doch was war nun der Grund? Dem Zugpersonal sagte der Mann, dass er seinen E-Scooter sowie einen Koffer am Bahnsteig des Hauptbahnhofs vergessen hatte. Der Zug hielt nun im Bahnhof München-Moosach an. Der Italiener machte sich auf den Weg zum Hauptbahnhof.

Zivile Einsatzkräfte der Bundespolizei hatten inzwischen die zurückgelassenen Gegenstände des Italieners am Bahnsteig gefunden und machten sich bereits Gedanken, was es damit auf sich hatte. Da tauchte der 29-Jährige auf und erzählte seine Geschichte. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest.

Der Mann war am Vormittag schon ordentlich angetrunken

Unberechtigter Nothalt, nennen das die Bundesbeamten in ihrer Fachsprache. Der Zug hatte sich fast eine Stunde verspätet. Weitere Auswirkungen auf den Bahnverkehr entstanden offenbar nicht. Einem Atemalkoholtest stimmte der Italiener zu. Das Ergebnis betrug rund 0,8 Promille.

Entweder hatte der Mann die Nacht durchgezecht oder er hatte schon frühmorgens begonnen zu trinken. Das erklärt auch zum Teil die Leichtfertigkeit, mit der er den Notbremsgriff zog. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

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