München: Angst vor noch mehr Lkw-Lärm an der MAN-Teststrecke

Der Fahrzeugbauer gestaltet ab Sommer sein Testgelände um. Es wird deshalb auch lauter für Anwohner – selbst an Samstagen.
| Eva von Steinburg
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Diese Teststrecke von MAN im Münchner Norden wird im Sommer umgestaltet. Anwohner befürchten, dass es dann noch lauter wird.
Google Earth Diese Teststrecke von MAN im Münchner Norden wird im Sommer umgestaltet. Anwohner befürchten, dass es dann noch lauter wird.

Fahrzeugbauer MAN gestaltet ab Sommer sein Testgelände an der Siedlung Ludwigsfeld um. Es wird deshalb auch lauter für Anwohner – selbst an Samstagen.

Ludwigsfeld - Wenn Busse und Trucks bergauf fahren, brummt der Motor verstärkt. Vor diesem Brummi-Lärm fürchten sich die Bewohner der Siedlung Ludwigsfeld. Denn die MAN Truck & Bus AG will ihre Teststrecke für Lastwagen und Busse im Münchner Norden im Sommer umbauen: Auf dem weitläufigen Testgelände sollen dann vier Hügel – statt drei – für Test-Fahrten mit Trucks und großen Bussen zur Verfügung stehen. Ein Hügel soll Schotterbelag erhalten, um die Geländeeigenschaften der Fahrzeuge zu prüfen. Was aber größeren Lärm und Staub für die Anwohner bedeutet, gerade wenn Ostwind ist.

MAN-Teststrecke mit Betrieb von 7 bis 20 Uhr - auch samstags

Die Ludwigsfelder haben jetzt große Angst vor gravierendem neuen Lärm an ihrem Wohnort: Denn auf der MAN-Teststrecke ist von 7 bis 20 Uhr der Betrieb erlaubt – auch am Samstag, was einige Anwohner besonders stört.

Einstimmig hat sich deshalb der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl (BA) hinter die Münchner aus der Siedlung Ludwigsfeld gestellt: Der Lärm der MAN-Teststrecke soll dokumentiert werden, wollen die Lokalpolitiker – und dadurch in Grenzen gehalten werden.

Auf ihrer Sitzung haben die Stadtviertelpolitiker vier konkrete Forderungen formuliert:

  • "Wir verlangen eine Dauereinrichtung für die Lärmmessung", erklärt Rainer Großmann (CSU), stellvertretender Vorsitzender des BA Feldmoching-Hasenbergl. Das zynische Argument von Befürwortern des Teststrecken-Umbaus, dass zusätzlicher Lärm in Ludwigsfeld im Rauschen von Autobahn, Dachauer Straße sowie Industrielärm untergehen würde, halten die Stadtviertelpolitiker für "frech": "Das kann es für uns nicht sein", schimpft Rainer Großmann (74). Die Entwicklung der Lärmbelastung müsse korrekt aufgezeichnet werden. Um dazu die Feinstaubbelastung zu ermitteln, sollen auf drei Seiten der Teststrecke Staubfänger aufgestellt werden.

 

  • MAN veranstaltet auf der Teststrecke immer wieder Fahrzeug-Vorführungen und einen "Tag der offenen Tür". Weil viele Besucher dieser Events mit dem Auto kommen, führt das jedes Mal zu einem "großen Chaos" in Ludwigsfeld – wo das größte Problem bekanntlich fehlende Parkplätze sind. Das BA-Gremium verlangt nun, dass die Firma MAN für ihre Vorführungen künftig eigene Parkplätze ausweist.

 

  • Drittes Problem: eine desolate Straße. Der Zugang zur Teststrecke geht über die Karlsfelder Straße. Hier gibt es über mehrere 100 Meter keinen Gehweg, sondern nur einen unbefestigten Randstreifen, auf dem sich Fußgänger, darunter auch Kinder, bewegen. "Wenn hier noch mehr Busse und Lastwagen rein- und rausfahren, ist das sehr gefährlich! Der Zustand ist seit Jahren untragbar, wir werden aber immer wieder vertröstet", beklagt Lokalpolitiker Großmann. Sein BA fordert deshalb konkret eine Verlegung der Karlsfelder Straße über das Firmengelände von MAN, wie bereits in einen Masterplan für die Siedlung angedacht. "Wird die Erschließung des Testgeländes für Fußgänger und Verkehr nicht verbessert, gibt es auch kein OK für den Umbau", das sei laut Großmann, die einstimmige Meinung im BA.

 

  • Dringend fordern die Lokalpolitiker die Brücke über das Schwabenbächl abzusichern, die aus der NS-Zeit stammt: "Die Brücke ist ein Sicherheitsrisiko. MAN rollt mit allen Fahrzeugen darüber, auch mit Bussen. Kein Mensch weiß, wie lange das gut geht", meint Rainer Großmann. Die Lokalpolitiker verlangen der Prüfung der statischen Belastbarkeit der alten Brücke, "bevor wir eine noch großere Belastung herüberlassen", erklärt der Politiker.

Bezirksausschuss in Kampfstimmung

Das Stadtviertelparlament im Münchner Norden ist klar in Kampfstimmung: Werden diese Punkte nicht erfüllt, will der BA 24 dem neuen Betrieb auf der MAN-Teststrecke nicht zustimmen.

Lesen Sie hier: München saniert die Hauptfeuerwache - auch wegen Brandschutzmängeln

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