München Altperlach: 106 neue Eigentumswohnungen auf Schoko-Areal
Die Flächen für neue Wohngebäude in München sind knapp, der Bedarf an Wohnungen aber riesig. Deshalb ist das Ziel von Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne), künftig möglichst viele leer stehende Büros in Wohnungen umzuwandeln.
Ein Projekt, das perfekt zu diesen Plänen passt, ist schon einen großen Schritt weiter: Schon sollen bald im Südosten der Stadt, nur wenige Gehminuten von der S-Bahn-Station Perlach, auf einem ehemaligen Gewerbegebiet 106 Wohnungen entstehen.
Die Baugenehmigung ist erteilt, der Vertrieb der Eigentumswohnungen hat begonnen.

An der Unterbiberger Straße 15 hatte der Lebensmittelkonzern Kraft Foods und später der Schoko- und Keksriese Mondelez früher eine Dependance. Mehrere große, riegel- und hallenartige Gebäude waren hier einst gebaut worden auf einem Areal im Gewerbegebiet innerhalb eines Mischgebietes.
Nun will das Immobilienunternehmen UBM Development hier 106 Eigentumswohnungen schaffen, mit einer Größe von 34 bis 135 Quadratmetern, alle mit Balkon, Loggia oder Dachterrasse. Für die Wohnungen im Erdgeschoss ist ein kleiner Garten geplant.
Ein Kinderbuchheld inspirierte zu dem Namen
Da auf dem Gelände ein Forschungszentrum für Schokolade war, hat UBM dem Projekt den Namen "Charlie" gegeben – nach dem Kinderbuchklassiker von Roald Dahl "Charlie und die Schokoladenfabrik".
UBM ist ein börsennotierter österreichischer Immobilien- und Projektentwickler, der sich auf nachhaltiges Bauen und Holz-Hybrid-Projekte spezialisiert hat.

Laut Architekt Stefan Speier von su und z Architekten werden gut 60 Prozent des alten Bestandes erhalten bleiben. Damit trage das Projekt maßgeblich zum Ressourcen- und Klimaschutz bei. Denn: Für alles, was nicht neu gebaut werden muss, werden Tausende Tonnen Treibhausgase eingespart.
Die Gebäude aus den 90ern werden umgebaut
Abgerissen wird ein Logistikgebäude aus den 70ern, das sich offenbar nicht umstrukturieren ließ. An der Stelle ist ein Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise (Stahl, Beton, Holz) vorgesehen. Stehenbleiben sollen zwei Erweiterungsbauten aus den 90ern, sie werden zu Wohngebäuden umgebaut. Um das Areal in ein Wohngebiet verwandeln zu können, musste erst einmal der Bebauungsplan in den vergangenen Jahren geändert werden.

"Durch die Kombination von Alt und Neu sowie der Materialien entsteht ein Bau, der nachhaltig, wohnlich und gewachsen ist", sagt Christian Berger, Geschäftsführer der UBM Development Deutschland.
Florian Zielinski vom Münchner Büro su und z Architekten, aus dessen Feder die Entwürfe stammen, betont: "Ziel war es, die vorhandenen Gebäude weiterzuentwickeln und ihre Potenziale zu aktivieren, statt sie zu ersetzen." Sein Kollege Reinhard Unger ergänzt fast schon poetisch: "Wie bei einem mittelalterlichen Schriftstück, bei dem der ursprüngliche Text abgeschabt und danach neu beschriftet wurde, legen wir Schichten frei und überführen sie in eine neue Nutzung."
Günstig werden die neuen Wohnungen in Altperlach auf dem Areal mit der Schoko-Vergangenheit allerdings nicht. Die Kaufpreise gehen bei 9800 Euro pro Quadratmeter los.
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