Müller-Pächter: Eine Warnung, viele Fragen

Wie geht's weiter mit Müller-Brot?  Die Staatsanwaltschaft schickt Fragebögen an die Filialbetreiber. Und der Insolvenzverwalter rät derweil davon ab, zu viel Brot zu kaufen.
| Thomas Gautier
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Eine Müller-Brot-Info an die Pächter.
az 3 Eine Müller-Brot-Info an die Pächter.
Das Anschreiben der Kripo.
az 3 Das Anschreiben der Kripo.
Hubert Ampferl, der vorläufige Insolvenzverwalter.
ho 3 Hubert Ampferl, der vorläufige Insolvenzverwalter.

München - Der Brief kommt von der Kripo Erding. Betreff: „Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Firma Müller-Brot“. Im Anhang: ein fünf Seiten langer Fragebogen der Staatsanwaltschaft. Dieses Schreiben haben gerade 160 Filialpächter bekommen. Eine Fragebogen mit ernstem Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen die Chefs von Müller-Brot.

Der Grund: Die Kautionen der Filialpächter sind weg – sie wurden ausgegeben. Jeder Pächter hat im Schnitt 12.000 Euro bezahlt, es geht also um knapp zwei Millionen Euro. Um weiter zu kommen, brauchen die Ermittler aber mehr Infos – also schreiben sie die Pächter an.

Und stellen Fragen wie:
„Welche Zusicherungen hinsichtlich der Kaution wurde Ihnen bei den Vertragsverhandlungen seitens Ihres Vertragspartners gemacht?“
„Haben Sie Rückzahlungen auf die erbrachte Kaution erhalten?“
„Warum wurde die Kaution bisher nicht an Sie zurück bezahlt?“

Die Ermittler wollen vor allem wissen, ob einige Pächter mündlich oder schriftlich ausgemacht haben, dass ihre Kaution auf ein Sperrkonto kommt. „Aus den Verträgen ergibt sich das bisher nicht“, sagt Oberstaatsanwalt Markus Kring. Die Geschäftsführer seien dazu auch nicht verpflichtet, „das ist nur bei Wohnraummieten der Fall“, sagt Kring.

Es sieht also nicht gut aus für die Pächter. Selbst wenn es tatsächlich zu einer Anklage kommen sollte, werden Monate vergehen. „Bis wir von allen eine Antwort bekommen haben, das dauert“, so Kring.

Die Pächter bangen derweil längst um ihre Existenz: Am Donnerstag um 14 Uhr will der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl auf einer Betriebsversammlung bekannt geben, welcher Investor Müller-Brot bekommt. Die Zentrale in Neufahrn warnte deshalb am Dienstag: „Erst am Donnerstag, 29.03.2012 wird feststehen, welche Filialen von dem Investor übernommen werden“, steht auf einem Zettel. „Bis dahin bitten wir Sie, mit Lagerbestellungen zurückhaltend zu sein.“

Nicht, dass die Pächter jede Menge Brot im Lager horten – aber keine Filiale mehr haben, um es zu verkaufen.

 

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