Mordprozess: Zugestochen – bis das Messer bricht

Im Mordprozess erklärt der Angeklagte, warum er auf Monika B. losgegangen ist.
| John Schneider
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Der Angeklagte soll aus Eifersucht gemordet haben.
jot Der Angeklagte soll aus Eifersucht gemordet haben.

München - Paulina G. (33, Name geändert) kommen die Tränen, wenn sie sich an den 6. Februar des vergangenen Jahres erinnern soll. Die 33-Jährige lebte mit der gleichaltrigen Monika B. und deren Freund Krzysztof W. (28) unter einem Dach.

Und musste an jenem Wintertag mitanhören, wie ihre Bekannte im Zimmer des Paares verzweifelt um Hilfe schrie, weil sie von ihrem Freund brutal verprügelt und schließlich sogar getötet wurde (<em>AZ</em> berichtete vor Gericht.

Staatsanwalt Laurent Lafleur ist überzeugt, dass der Pole aus Eifersucht gemordet hat. Seine Landsmännin, mit der er seit Oktober 2016 liiert war, wollte sich von ihm trennen und am 6. Februar nach Polen zurückkehren. Das Busticket war gebucht, der Koffer gepackt. Er sei ausgerastet, weil er sie keinem anderen gönnte.

Angeklagter: Sie beschimpfte mich  als "Schlappschwanz"

Doch Krzysztof W. nennt in einer Erklärung, die einer seiner Anwälte am Donnerstag bei der Fortsetzung des Mordprozesses verliest, einen anderen Grund: Monika B. soll ihn an diesem Tag übelst beschimpft, ihn unter anderem auch als "Schlappschwanz" bezeichnet und erklärt haben, dass andere Männer in seiner Familie besser im Bett seien. Dass er sie daraufhin angegriffen hat, gibt der Trockenbauer zu, ohne auf Details einzugehen. Nachfragen zum Tatablauf lehnt er ab.

So bleibt es vorerst bei der Version, die Lafleur und seine Ermittler rekonstruiert haben. Demnach hat Krzysztof W. nach den ersten Schlägen so heftig auf seine Lebensgefährtin eingestochen, dass das Messer abbrach und im Rücken des Opfers steckenblieb. Dann habe er ihren Kopf mehrmals mit voller Kraft gegen die Wand geschlagen und schließlich einen Fuß auf den Hals gesetzt und die Frau so stranguliert.

Monika B. lebte noch, als ihr Freund floh (er stellte sich später der Polizei). Ihre Freundin Paulina G. und andere Hausbewohner verständigten den Eigentümer des Hauses, der wiederum die Retter alarmierte. Doch ihr Einsatz war vergeblich. Monika B. starb wenige Stunden später im Schwabinger Klinikum.

Es stimme, dass ihn seine Freundin verlassen wollte, sagt der Angeklagte. Als sie ihm das mitteilte, habe er seine Arbeit auf einer Baustelle in der Poccistraße abgebrochen und sei zu ihr nach Freimann gefahren – wo die Situation eskalierte. Krzysztof W. entschuldigt sich bei den Angehörigen und sagt: "Ich habe den Tod von Monika niemals gewollt."

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