Mobile Klimaschirme statt Bäume: So könnte München die Innenstadt kühlen
Die Idee ist kreativ. Der mobile Fuß ist aus Beton oder Holz, bestückt mit Sitzbänken. Aus Trögen wachsen Kletterpflanzen nach oben und breiten sich über ein Gestänge so aus, dass ein baumartiges Blätterdach Schatten gibt. Und obendrein durch Verdunstung die Umgebung kühlt. Bewässert wird über einen 140-Liter-Wassertank. Und ein Sensor misst ständig, ob (automatisch) nachbewässert werden muss.
Bei 30 Grad heizt sich Asphalt auf 60 Grad auf
In Stuttgart werden solche "Klimaschirme" schon getestet. Erfunden hat sie die Stuttgarterin Rosa Pöttinger mit ihrer Firma Ecotrii, die über den "Klima Innovationsfonds" gefördert wird. Denn das Problem gibt es ja in vielen versiegelten Innenstädten: Bei 30 Grad im Sommer heizt sich baumloser Asphalt schnell auf 60 oder 65 Grad auf.
Pöttingers Ziel ist deshalb, die mobilen Ersatzbäume da aufzustellen, wo echte Baumpflanzungen nicht möglich sind, etwa wegen unterirdischer Leitungen, Tiefgaragen oder Pflasterverlegungen.
ÖDP will Beschattungssysteme testen
Die Rathausfraktion aus ÖDP, München-Liste und Bündnis Kultur schlägt nun in einem Antrag vor, "Ecotriis oder vergleichbare Beschattungssysteme" auch in München zu testen, in der Innenstadt oder in Neubauvierteln wie Freiham.
Dabei soll geprüft werden, an welchen Standorten das eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Baumpflanzungen sein könnte. Besonders auf stark versiegelten Plätzen, über Tiefgaragen und U-Bahn-Bauwerken "und überall dort, wo kurzfristig Schatten gebraucht wird und Baumpflanzungen aus technischen Gründen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand" möglich sind.

"Bäume bleiben für uns das Nonplusultra", sagt ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer. Aber wo man keine Großbäume pflanzen könne, könnten Klimaschirme schnell Schatten schaffen. So müssten die Menschen "nicht erst Jahrzehnte warten, bis neu gepflanzte Bäume groß genug sind".
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