Mobbing im Hort: „Ich habe Angst um meinen Bub“

Im Hort wird er gemobbt und verprügelt, sogar die Polizei musste schon einschreiten. Nun will die Mutter des elfjährigen Nandino eine Betreuerin anzeigen: „Sie beschützt meinen Sohn nicht“
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Nandino mit seiner Mutter Liliana
Petra Schramek Nandino mit seiner Mutter Liliana

MÜNCHEN - Im Hort wird er gemobbt und verprügelt, sogar die Polizei musste schon einschreiten. Nun will die Mutter des elfjährigen Nandino eine Betreuerin anzeigen: „Sie beschützt meinen Sohn nicht“

Er ist allein und keiner will ihm helfen. Die anderen lachen ihn aus, machen fiese Witze, wenn er es mal wieder abbekommt. Auch am Dienstag haben alle nur zugeschaut, wie die beiden Buben den elfjährigen Nandino verprügelten.

„Mein Junge ist ein Mobbingopfer, ich habe Angst um ihn“, sagt Nandinos Mutter Piera C.. Ihr Bub besucht vormittags die Hauptschule, anschließend wird er im Kinderhaus Neuhausen am Leonrodplatz betreut, eine heilpädagogisch-therapeutische Tagesstätte. Viele der Kinder sind hyperaktiv oder schon selbst Opfer von Gewalt geworden. Nicht einfach, hier Freunde zu finden.

Nandino wäre schon froh, wenn er keine Feinde hätte. Zehn Mal, berichtet er, sei er schon angegriffen worden. Doch so schlimm wie Dienstagnachmittag am Olympiapark war es noch nie. Nachdem seine Gruppe die BMW-Welt besucht hatte, lauerten ihm zwei Buben an der Bushaltestelle auf. Dort schlugen ihn die beiden 13-Jährigen zusammen. Ein Glück: Ingrid S. und Maria P. beobachteten zufällig die Szene. „Die sind auf ihn los und haben auf ihn eingeschlagen“, erzählt Ingrid P. Die Frauen verständigten eine Polizeistreife, die zufällig in der Nähe den Verkehr überwachte. Die Beamten nahmen die Angreifer fest.

„Niemand ist eingeschritten, die Betreuerin hat einfach zugeschaut“, erzählt Ingrid S. empört. Auch die Mutter von Nandino erhebt schwere Vorwürfe gegen die Aufsichtsperson und will sie nun sogar bei der Polizei anzeigen: „Sie hat meinen Jungen nicht beschützt.“

Die 30-jährige Erzieherin arbeitet seit einem halben Jahr beim Kinderhaus München. Rangeleien dürften ihr nicht neu sein. War sie trotzdem überfordert?

Günter Hanel, der leitende Psychologe des Kinderhauses, erklärt: „Wenn sich Kinder schlagen, dann muss das unterbunden werden – ganz klar.“ Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass die Pädagogin „nur verbal“ gehandelt hätte und dass sie womöglich die Situation „falsch einschätzte“. Psychologe Hanel nimmt seine Angestellte aber auch in Schutz: „Die Betreuung dieser Kinder ist eine knallharte Tätigkeit.“ Wie hart, das weiß auch Nandino. Zwar hat er keine Verletzungen erlitten, doch für Mutter Piera steht fest: „Ich gebe ihn nie wieder dorthin.“ rke

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