Mitten in Schwabing: Dieser See ist Münchens kleines Naturparadies
Ich glaube, wenn man eine Umfrage machen würde, wer wohl den Schwabinger See kennt, würden die meisten erst mal ratlos sein. Dabei ist er gar nicht so klein, immerhin hat er eine Fläche von 2,7 Hektar und liegt zwischen der Berliner und Ungererstraße, hinter beziehungsweise neben dem Ungererbad. Seit Ende der 80er Jahre gibt es den künstlich angelegten See.
Im Hintergrund sieht man die Highlight Towers mit ihren zwei Türmen und den Verbindungsbrücken. Ein Teil des Sees ist schön eingewachsen, Brutstätte für Vögel und Laichplatz für Fische, der andere Teil ist zugänglich, mit zwei langen Stufen ins Wasser und vielen Ruhebänken. Spielplätze in der Nähe, ein wunderbares kleines Naherholungsgebiet, nicht nur für die Anwohner.
Ein See mitten in der Stadt: Warum sich ein Besuch am Schwabinger See lohnt
Baden darf man nicht im See, aber dafür gibt es ja in unmittelbarer Nähe das schöne Ungererbad. Ich war länger nicht mehr dort, habe aber vor ein paar Jahren schon mal über den See berichtet. An einem schönen, sonnigen Sonntagmorgen mache ich mich auf den Weg. Auf der Ungererstraße, unmittelbar vor dem Bad, links in eine kleine Seitenstraße und dann gleich wieder rechts, vorbei am Berolina-Brunnen, stehe ich bald vor dem See.

Graugänse schwimmen auf dem Wasser, Kanadagänse sind am Ufer, große Fische suchen an der Wasseroberfläche nach Essbarem, ein Buntspecht hangelt sich in den Bäumen, die zusammen mit Büschen und anderem Bewuchs wie ein dichter Dschungel einen großen Teil des Seeufers beherrschen.
Spuren von Bibern, mitten in der Stadt!
Ein Blässhuhn dümpelt durch das Uferwasser, eine Ringeltaube gurrt in einem Baum, und an den Ästen und Bäumen am Wasser sehe ich die Spuren von Bibern. Mitten in der Stadt! Es ist erstaunlich, wie ohne unser Zutun ein See sich im Laufe der Zeit mit Tieren bevölkert. Inmitten von grauen Tauben entdecke ich eine fast weiße, und ein längst vergangener Sommerhit fällt mir ein: "Uh la Paloma Blanca" – der Ohrwurm für heute.
Ich versuche sie zu fotografieren, aber jedes Mal, wenn ich sie fast habe, kommt ein Jogger vorbei – und weg ist sie. Immer wieder sehe ich sie und schaffe es doch noch, ein schönes Foto zu machen.
Nach einiger Zeit mache ich mich auf den Rückweg Richtung Ungererstraße. Als ich am Schwimmbad vorbeikomme, hat sich eine lange Schlange vorm Eingang gebildet. Ein weiterer Song bemüht meine Erinnerung. "Lazy Sunday afternoon", aber für den ist es noch zu früh, an diesem Vormittag.
- Themen:
- München






