Mitten in der Urlaubszeit: Großer Camper-Vermieter aus München insolvent

Es ging dann alles ziemlich schnell: Mittendrin in den bayerischen Sommerferien hat die Camper-Vermietung Vanever betreibende Münchner FreeVenture GmbH den Antrag auf Insolvenz gestellt – und den Geschäftsbetrieb eingestellt. Wahrlich kein Spaß für Urlauber, die dort ein Fahrzeug gebucht und sich auf den wohlverdienten Camper-Urlaub gefreut haben.
Vanever-Camper-Vermietung: "Der operative Geschäftsbetrieb" ist eingestellt
Seit Sonntag (16. August) werden keine Fahrzeuge mehr an Kunden übergeben, "der operative Geschäftsbetrieb" ist eingestellt, wie es in einer Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters Rolf Pohlmann von der Kanzlei Pohlmann Hofmann heißt. Demnach wurden alle ausstehenden Buchungen mit späteren Abholterminen storniert.
Vanever-Kunden, die bereits unterwegs seien, könnten ihre Reise wie geplant fortsetzen und das Fahrzeug anschließend zurückgeben. Das Unternehmen verfügte zuletzt über 428 Camper an zwölf Standorten in Deutschland und Österreich. 35 Mitarbeiter, davon 27 in den eigenen Stationen, sind von der Insolvenz betroffen.
"Mir ist bewusst, dass diese Situation für viele Kunden in der laufenden Urlaubssaison eine ganz erhebliche Belastung bedeutet", sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Pohlmann. Es sei jedoch "die einzig rechtlich zulässige und wirtschaftlich verantwortungsvolle Entscheidung", den Betrieb einzustellen.
"Bis zuletzt haben wir alles daran gesetzt, Vanever zu erhalten"
Die allermeisten Kunden sollen ihre Buchungen nach Angaben des Unternehmens vollständig im Voraus gezahlt haben. Wie viel sie von ihrem Geld zurückerhalten, hänge vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens ab und von den Buchungsmodalitäten.
"Bis zuletzt haben wir alles daran gesetzt, Vanever zu erhalten, den Geschäftsbetrieb fortzusetzen und die bisher gebuchten Reisen möglich zu machen", heißt es auf der Vanever-Website: "Das ist uns leider nicht mehr gelungen. Wir wissen, dass das kein Trost ist, aber möchten uns trotzdem bei euch entschuldigen."
Steigende Stornierungsquoten und sinkende Nachfrage
Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hatte sich zu einem der größten Camper-Vermieter in Deutschland entwickelt.
"Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs, stark steigenden Kraftstoffpreisen und einer allgemeinen wirtschaftlichen Eintrübung veränderte sich das Buchungsverhalten der Kunden im Frühjahr 2026 erheblich", begründete Geschäftsführer Philipp Jacke den Insolvenzantrag. Kürzere Vorlaufzeiten bei den Buchungen, immer mehr Stornierungen und ein deutliches Absacken der Nachfrage im gesamten Camper-Markt führten demnach zu einem Liquiditätsengpass.
Auf seiner Website versucht das Unternehmen die wichtigsten Fragen zu beantworten, unter anderem die nach einer möglichen Erstattung bereits gezahlter Gelder: "Dein Anspruch auf Rückerstattung des gezahlten Betrags ist eine Insolvenzforderung. Du kannst diese Forderung nach der förmlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim dann bestellten Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle anmelden. Über den genauen Zeitpunkt und das Verfahren werden alle bekannten Kund:innen gesondert und proaktiv informiert."