Mitten in der Hitzewelle: Polizei und Feuerwehr vergessen Leiche in Münchner Wohnung 

Eine 67-Jährige aus Schwabing wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Als es um den Abtransport der Leiche geht, kommt es offenbar zwischen Feuerwehr und Polizei zu einer Kommunikationspanne. Erst nach Wochen wird die Leiche abtransportiert.
Ralph Hub
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Übicherweise holen Bestattungsinstitute umgehend eine Leiche ab, sofern die Untersuchungen der Polizei abgeschlossen sind. (Symbolbild)
Übicherweise holen Bestattungsinstitute umgehend eine Leiche ab, sofern die Untersuchungen der Polizei abgeschlossen sind. (Symbolbild) © Deutzmann

Eine Frau aus Schwabing wird vermisst. Sie ist weder zu Hause noch telefonisch zu erreichen. Die Feuerwehr wurde verständigt und öffnete am 28. Juni, einem Sonntag, die Wohnungstür in dem Mietshaus. In der Wohnung fanden die Helfer eine Leiche. Die Todesumstände der 67-Jährigen waren zunächst unklar. Ein Polizist war an diesem Tag nicht in der Wohnung anwesend.

Tote liegt fast einen Monat in der Wohnung

Nach dem Fund der Leiche passiert allerdings ein fataler Fehler. Die Tote blieb mehrere Wochen in der Wohnung liegen. Sie wurde nicht abtransportiert, und das bei der Ende Juni, Anfang Juli herrschenden Hitzewelle.

Missverständnis wegen des Abtransports der Leiche

Die Feuerwehr brachte den Wohnungsschlüssel zur PI 12 in der Maxvorstadt. Dort kam es, wie eine Polizeisprecherin auf Nachfrage der AZ jetzt bestätigte, zu einem Missverständnis. Der Schlüssel war hinterlegt und "hätte von einem Angehörigen abgeholt werden sollen", so die Polizeisprecherin.

"Bei der persönlichen Übergabe des Schlüssels kam es aber zu einem bedauerlichen kommunikativen Missverständnis zwischen der Feuerwehr und der Polizei", so die Erklärung des Präsidiums. Die Polizisten der PI 12 gingen davon aus, dass die Tote abgeholt werde. Doch das war ein Irrtum.

Übler Geruch und Fliegen im Haus

Die Leiche der 67-Jährigen lag noch immer in der Wohnung und dort blieb sie auch für mehrere Wochen. Durch die lange Liegezeit und die extreme Hitze im Juni und im Juli wurde der Verwesungsprozess stark beschleunigt. Im gesamten Haus machte sich schnell ein unangenehmer Verwesungsgeruch breit, zudem gab es laut Zeugen starken Fliegenbefall. Trotzdem passierte zunächst nichts weiter.

Erst Ende Juli wird klar: Die Tote ist nicht abtransportiert

Die Kriminalpolizei erhielt am 22. Juli eine Nachfrage des Nachlassgerichts und wurde daraufhin aktiv. Noch am selben Tag, einem Mittwoch, wurde eine Nachschau in der betreffenden Wohnung durchgeführt, so die Polizeisprecherin. Die Überraschung für die Beamten: Die Tote war noch da. Die 67-jährige Verstorbene war nicht abtransportiert worden.

Rentnerin starb eines natürlichen Todes

Die Ermittlungen hinsichtlich der Todesursache hat das Kommissariat 12 übernommen. Die Staatsanwaltschaft München I hat eine Obduktion der Toten angeordnet. Das Ergebnis: Die Rechtsmedizin geht von einer natürlichen Todesursache aus. Die 67-Jährige war demnach nicht Opfer eines Verbrechens geworden. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung liegen laut Polizei nicht vor.

Präsidium bedauert Vorfall

Das Missverständnis rund um die Übergabe des Wohnungsschlüssels wird intern mit den Beteiligten aufgearbeitet, so die Stellungnahme des Polizeipräsidiums.

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  • Gitti7 vor 5 Minuten / Bewertung:

    Da war bei dieser Hitze bestimmt ein ganz toller Geruch in der Wohnung.

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  • MadridistaMUC vor 11 Minuten / Bewertung:

    Alter.. Was geht ab..

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