Mit Reservierung und Schnelltest: Münchner Gastronomen sperren gar nicht erst auf

Zwischen "witzlos" und "Hoffnungsschimmer": So reagieren Münchens Wirte auf die neuen Regeln für die Außengastronomie.
| kim
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
31  Kommentare Artikel empfehlen
Schee, aber geschlossen: Bei einer Inzidenz ab 50 wird das im Seehaus auch so bleiben
Schee, aber geschlossen: Bei einer Inzidenz ab 50 wird das im Seehaus auch so bleiben © imago images/imagebroker

München - Sogar bei wieder ungemütlicheren Temperaturen treffen sich immer mehr Münchner draußen - ob nun am Gärtnerplatz oder an der Isar - auf ein, zwei Bier und Spritz to go. Die Sehnsucht nach Geselligkeit und Gaudi wächst halt mit jedem Lockdown-Tag.

Umso größer war die Hoffnung der vielen Wirte, dass es im Zuge der neuesten Öffnungsschritte endlich auch eine Perspektive zumindest für die Außengastronomie gibt. Kontrolliert, unter strengen Hygieneregeln versteht sich.

"Unter den Beratern der Politiker kann nicht ein einziger Gastronom sein"

Nach der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin ist die Resonanz der vielen Münchner Gastronomen auf den Stufenplan inklusive Öffnungskonzept groß. Nur: Der Ärger ist noch größer. Worin sich wirklich alle einig sind: "Niemand kennt sich mehr aus", sagt Edi Reinbold (Zum Franziskaner, Löwenbräukeller) zur AZ: "Theoretischer und weiter vom Leben weg könnte es kaum sein. Fakt ist: Unter den Beratern der Politiker kann nicht ein einziger Gastronom sein."

Edi Reinbold (Franziskaner).
Edi Reinbold (Franziskaner). © imago/Spöttel Picture

In der Tat sind die Öffnungsschritte für die Außengastronomie kompliziert. Frühestens ab 22. März darf - bei einer Inzidenz unter 50 wohlgemerkt - die Außengastronomie öffnen. Falls die Inzidenz aber über 50 (bis 100) ist, darf die Außengastronomie nur für Gäste öffnen, die vorher reserviert haben und einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorweisen können. Ab 100 wird sowieso wieder alles zugesperrt.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Münchner Wirte wollen ab Inzidenz von 50 gar nicht aufsperren

Aktuell liegt die Inzidenz in München bei 48,7 (Stand 5. März), eine Ü50-Inzidenz in gut zwei Wochen ist also zu befürchten. Das sieht auch Sebastian Kuffler (Seehaus, Spatenhaus, Mangostin, Haxnbauer) so: "Ab einer Inzidenz von 50 sperren wir den Biergarten vom Seehaus gar nicht erst auf. Das ist doch witzlos - und lohnt sich überhaupt nicht." Die anderen Betriebe würde er dann eh zulassen, die Außengastronomie allein wäre finanziell mit den Mindestabständen und den Reservierungen nicht rentabel: "Ein gewisser Durchlauf an Gästen ist nötig, aber so nicht umsetzbar."

Sebastian Kuffler (Seehaus).
Sebastian Kuffler (Seehaus). © privat

"Es muss aufwärtsgehen. Auch wenn es chaotisch und kompliziert wird"

Zur Sorge vor einer steigenden Inzidenz kommt das Wetter, das sich nur schwer planen lässt. Edi Reinbold: "Selbst wenn wir öffnen dürfen, die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen, Dienstpläne erstellen - und nach dem zweiten Tag oder nach drei Stunden regnet es, was dann? Alles wieder zusperren, alle wieder in Kurzarbeit und nach Hause schicken? Ich bin mir wirklich noch unsicher, wie das alles werden soll und ob es sich lohnt."

Ugo Crocamo (H'ugo's, Tambosi, l.) mit Prof. Dr.med. Hans Theiss Dr. Christine Theiss.
Ugo Crocamo (H'ugo's, Tambosi, l.) mit Prof. Dr.med. Hans Theiss Dr. Christine Theiss. © imago/Lindenthaler

Finanziell, da pflichtet Ugo Crocamo (H'ugo's, Tambosi) bei, bringt die Außen-Öffnung "nix". Aber er sieht es etwas optimistischer: "Es ist ein erster kleiner Hoffnungsschimmer. Ich sperre alles auf, egal, unter welchen Bedingungen - um Gästen und Personal guten Willen zu zeigen. Alle Beteiligten sind am Ende, es muss aufwärtsgehen. Auch wenn es chaotisch und kompliziert wird. Alles ist besser als der jetzige Zustand."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 31  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
31 Kommentare
Artikel kommentieren