Mit Eisenstange: Lkw-Fahrer gesteht Angriff auf Geschäftspartner

Brüche im Gesicht: Mit einer Eisenstangen schlug ein Lkw-Fahrer auf sein Opfer ein. Der Kampfsportler ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Dabei wollte er dem Mann doch nur Angst einjagen, sagt der Täter vor Gericht.
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Der Lkw-Fahrer schlug mit der Eisenstange zu und muss sich nun vor Gericht verantworten
John Schneider Der Lkw-Fahrer schlug mit der Eisenstange zu und muss sich nun vor Gericht verantworten

MÜNCHEN - Brüche im Gesicht: Mit einer Eisenstangen schlug ein Lkw-Fahrer auf sein Opfer ein. Der Kampfsportler ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Dabei wollte er dem Mann doch nur Angst einjagen, sagt der Täter vor Gericht.

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Günther E. (37) - angeklagt wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung - spricht mit sanfter, leiser Stimme und weichem Südtiroler Akzent. Doch der ehemalige Kickboxer ist eine bullige Erscheinung, tätowierte Muskelmassen quellen aus dem T-Shirt des nur 1,68 Meter großen Mannes, der zur Tatzeit 120 Kilo wog.

Am 29. August 2009 bekam der Fuhrunternehmer Paul T. (56, Name geändert) diese mit Anabolika weiter aufgeputschten Körperkräfte zu spüren. Als er in Lenggries seine beiden Lkw vom Hof der Ehefrau von Günther E. in Begleitung einer Gerichtsvollzieherin und zweier Mitarbeiter abholen wollte, rastete Günther E. aus.

Seine Frau war Paul T. über Monate die Miete für die beiden Lkw schuldig geblieben. Der Fuhrunternehmer hatte vor Gericht die Herausgabe erwirkt und wollte sein Eigentum abholen. Günther E. aber fühlte sich betrogen. Er holte die Hebestange aus dem Motorraum einer Zugmaschine und ging langsamen Schrittes auf Paul T. zu. Dann schlug er zu. Das überraschte Opfer bekam gerade noch den Arm hoch und verhinderte so den Schlag auf den Kopf. Der Arm war kompliziert gebrochen.

Danach gehen die Aussagen über das Tatgeschehen weit auseinander. Während Günther E. („Ich schäme mich“) mit leiser Stimme erzählt, dass er die Stange selber wegwarf und Paul T. stattdessen mit Fäusten traktierte, erklärt sein Opfer, dass er noch ein oder zwei Mal mit der Stange getroffen wurde, bevor Günther E. die Stange entrissen wurde.

10 Platten und 38 Schrauben waren nötig, um die Brüche im Gesicht zu behandeln. „Ich kann immer noch kein Steak essen“, berichtet Paul T. von seinen Leiden. Kalter Wind, Rasieren, alles bereitet ihm Schmerzen: „Der Winter war wegen der Erkältungen eine Katastrophe.“ Wer weiß, was passiert wäre, hätten seine beiden Mitarbeiter es nicht geschafft, den Angreifer von ihrem Chef wegzureißen. Auch sie wurden verletzt. Der Prozess wird fortgesetzt.

John Schneider

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