Mineralientage München: Schätze für glückliche Menschen

Bei den Münchner Mineralientagen werden Meteoriten, Dinoknochen und Kini- Preziosen gezeigt.
| Linda Jessen
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Der Stubenberg mit seiner charakteristischen Schmelzkruste ist auf der Messe zu sehen, eine Videoshow zeigt seine Reise.
The Munich Show 2 Der Stubenberg mit seiner charakteristischen Schmelzkruste ist auf der Messe zu sehen, eine Videoshow zeigt seine Reise.
Echte Handwerkskunst: Die Rosette ist genau in der Mitte der Wanne.
Linda Jessen 2 Echte Handwerkskunst: Die Rosette ist genau in der Mitte der Wanne.

Bei den Münchner Mineralientagen werden Meteoriten, Dinoknochen und Kini-Preziosen gezeigt.

München – Manchmal lohnt es sich, der Intuition zu folgen. So wie Sepp Schleicher, der eines Morgens so auf Ebay herumschaute und auf eine Taschenuhr stieß, die Ludwig II. einst seinem Günstling Richard Wagner geschenkt hat.

Für anderes, etwa den aufwendig verzierten Taktstock, den der Kini Wagner zur Uraufführung der Meistersinger schenkte, musste Schleicher – auf etwas herkömmlicherem Wege – im Auktionshaus bieten. Beide (und 18 weitere Kini-Schätze) sind jetzt bei den Mineralientagen in der Messe zu sehen.

Der Erbneffe mit der Taschenuhr hatte deren Besonderheit wohl übersehen. Vielleicht geht es aber auch darum, dass sie für ihn schlicht nicht den Wert hatte, den Schleicher ihr beimisst. Seine Leidenschaft für den Märchenkönig manifestiert sich in etwa 1.500 Stücken, darunter auch Kinderzeichnungen von Ludwig, der übrigens gerne Ritter und Schwäne gemalt hat.

Was das Sammeln vom Anhäufen unterscheidet

Die Leidenschaft ist eben der Kern des Sammelns, sie unterscheidet es vom Anhäufen. Der Wert der Mineralien und Juwelen, die bei den Mineralientagen zu sehen sind, lässt sich so leicht gar nicht beziffern, denn er bemisst sich auch aus der Bedeutung für die Sammler.

"Sammler sind glückliche Menschen", zitiert Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, Johann Wolfgang von Goethe. Der musste es wissen und hätte selbst vielleicht gern auf der Messe gestöbert, denn er war Mineraliensammler und hat ein Mineral sogar selbst entdeckt. Das schwarze Goethit ist freilich auch unter den gehandelten Schätzen auf der Messe, ein tischtennisballgroßes Exemplar bekommt man sogar schon für 45 Euro.

Fossilien gibt es auf den Mineralientagen auch zu bestaunen

Etwas mehr kostet vermutlich die strahlend grüne Malachitbadewanne im Eingangsbereich und sowieso völlig unverkäuflich ist der Stubenberg. Der Meteorit trat am 6. März 2016 mit 50.000 km/h in die Erdatmosphäre ein, verdampfte zu 90 Prozent, zog dabei für sechs Sekunden eine Leuchtspur über den Himmel und schlug einem bayerischen Baum den Ast ab, bevor er auf den Waldboden fiel und drei Wochen später nach emsiger Suche gefunden wurde. Mit 4,6 Milliarden Jahren ist er das älteste Objekt der Messe (und auch älter als die Erde).

Der Stubenberg mit seiner charakteristischen Schmelzkruste ist auf der Messe zu sehen, eine Videoshow zeigt seine Reise.
Der Stubenberg mit seiner charakteristischen Schmelzkruste ist auf der Messe zu sehen, eine Videoshow zeigt seine Reise. © The Munich Show
Echte Handwerkskunst: Die Rosette ist genau in der Mitte der Wanne.
Echte Handwerkskunst: Die Rosette ist genau in der Mitte der Wanne. © Linda Jessen

Zwischen dem Einschlag des Stubenbergs und der Geburt des Kini lebten außerdem die Dinosaurier und andere, inzwischen zu Fossilien versteinerte, Lebewesen, die ebenfalls auf der Messe zu sehen und vielleicht die größte Attraktion für Kinder und andere Großechsenfreunde sind.

"Mir persönlich gefallen die am besten", sagt der Biologe Haszprunar, "denn es sind Lebewesen und die geben allen Dingen erst Sinn und Zweck." Sogar einem glänzenden Stein oder einer alten Kinderzeichnung eben.


Mineralientage Sa-So, Messestadt Ost, Tickets 15, erm. 9 Euro

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