Millionenbetrug mit Corona-Hilfen in München aufgedeckt
Bei Durchsuchungen wegen Betrugs im Zusammenhang mit Coronahilfen haben Ermittler in München zwei Verdächtige festgenommen. Der 39-Jährige und die 36-Jährige kamen in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Verdächtigen sollen die Subventionen unter falschen Angaben beantragt und über eine Million Euro zu Unrecht kassiert haben.
Weitere Personen unter Verdacht
Fünf weitere Verdächtige sollen Scheinrechnungen an das Unternehmen gestellt haben, um die Anträge zu rechtfertigen. Gegen sie wird ebenfalls ermittelt. Bereits im November fanden Durchsuchungen statt. Dabei wurden die beiden Hauptverdächtigen verhaftet, wie die Ermittlungsbehörden jetzt mitteilten.
Fünf weitere Personen sollen dem heute 39-Jährigen und der inzwischen 36-Jährigen dabei geholfen haben. Die Verdächtigen sollen nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden ebenfalls mutmaßliche Scheinrechnungen an das Einzelunternehmen der beiden Tatverdächtigen aus München gestellt haben, „um die gestellten Coronahilfeanträge zu plausibilisieren und zu rechtfertigen“. Gegen die betreffenden fünf Personen werde ebenfalls wegen Betrugs ermittelt. „Die Ermittlungen laufen noch und sind noch nicht abgeschlossen“, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München auf Anfrage der AZ mit. Weitere Details könne man daher derzeit nicht mitteilen.
Offenbar flog der Schwindel durch Überprüfungen der Steuerunterlagen auf. Der Mann und die Frau aus München sollen während der Pandemie für ein Einzelunternehmen unter falschen Angaben finanzielle Coronahilfen beantragt haben.
Durchsuchungen in der Stadt und im Landkreis
Bereits am 20. November vergangenen Jahres fanden Durchsuchungen in München, dem Landkreis München und in Oberbayern statt, wie am Dienstag bekannt wurde. Dabei sollten „unter anderem die Gewinne aus den Straftaten abgeschöpft werden“. Bei den Durchsuchungen sind auch etliche hochwertige Fahrzeuge bei dem 39-Jährigen aus München beschlagnahmt worden. Er und die 36-Jährige wurden anschließend dem Ermittlungsrichter vorgeführt. „Beide Verdächtige sitzen seitdem in Untersuchungshaft“, sagte ein Polizeisprecher.
Eine Spur führt nach Spanien
Zu den weiteren Verdächtigen zählt auch ein 40-jähriger Deutscher. Den konnten die Fahnder bei der Durchsuchung im November 2025 nicht antreffen. Auch er bekam inzwischen Besuch von der Polizei.
Ende März 2026 wurden die katalanische Kriminalpolizei, Mossos d’Esquadra, das Landgericht Barcelona und die Staatsanwaltschaft Barcelona aktiv. Ein internationales Rechtshilfeersuchen zwischen Deutschland und Spanien lag dazu vor. Auf Grundlage eines Beschlusses des Amtsgerichts München wurde die Wohnadresse des 40-Jährigen durchsucht. Dabei wurden laut den Ermittlungsbehörden Unterlagen und elektronische Geräte sichergestellt, die nun durch die Münchner Polizei sowie die Staatsanwaltschaft München I ausgewertet werden. Die weiteren Ermittlungen werden vom Kommissariat 71 geführt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.
Gerichte sprechen lange Freiheitsstrafen aus
In den vergangenen Jahren gab es etliche Verurteilungen im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Betrug bei Corona-Hilfen. Im Oktober 2025 verurteilte beispielsweise das Landgericht München I eine vierköpfige Bande – darunter ein Steuerberater – zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren und zwei Monaten. Sie hatten unberechtigt Überbrückungshilfen beantragt. Auch Star-Koch Alfons Schuhbeck stand in München vor Gericht. Er wurde 2025 wegen Betrugs mit Coronahilfen und Insolvenzverschleppung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Aus gesundheitlichen Gründen ist die Haftstrafe ausgesetzt.

